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Sport
Khelif wehrt sich gegen Boxverband
Der olympische Gold-Erfolg der Boxerin Imane Khelif wurde von einer transfeindlichen Stimmungsmache begleitet – auch seitens des Verbands Iba. Gegen ihn will die Algerierin nun vorgehen.

Khelif bei den Olympischen Spielen in Paris im Sommer 2024 (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
- 12. Februar 2025, 15:43h 3 Min.
Die algerische Olympiasiegerin Imane Khelif will sich gegen den umstrittenen Boxverband Iba juristisch zur Wehr setzen. Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausgeschlossene Box-Organisation hatte angekündigt, in der hitzig geführten Debatte um die Gold-Gewinnerinnen Khelif und die Taiwanerin Lin Yu-ting gegen die Olympia-Organisatoren zu klagen (queer.de berichtete). Die Iba hatte die Sportlerinnen lange vor den Spielen in Paris im letzten Sommer nach umstrittenen und undurchsichtigen Geschlechtertests disqualifiziert und das IOC darüber informiert, das aber keine Grundlage zu einem Ausschluss der Sportlerinnen sah.
Khelif erklärte auf der Plattform Instagram, sie und ihr Team würden "alle notwendigen rechtlichen Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass meine Rechte und die Grundsätze des fairen Wettbewerbs gewahrt werden". Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden und sie wolle alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, "um sicherzustellen, dass Gerechtigkeit herrscht".
Die Iba habe erneut "haltlose Anschuldigungen erhoben, die falsch und beleidigend sind", so Khelif. Der Verband nutze diese laut Khelif, "um seine Agenda voranzutreiben". "Ich bin öfter niedergeschlagen worden, als ich zählen kann. Aber ich bin nie zu Boden gegangen", sagte die Sportlerin entschlossen.
IOC hält zu Khelif
Die Iba unter Leitung des Putin-Vertrauten Umar Kremlew sieht sich derzeit durch transfeindliche Dekrete von Donald Trump bestärkt, mit der unter anderem trans Frauen vom Frauensport ausgeschlossen werden sollen (queer.de berichtete). Der Boxverband hatte angekündigt, gegen das Vorgehen des IOC in der Frage zu klagen. Er wolle beim Generalstaatsanwalt der Schweiz eine offizielle Beschwerde einreichen, neben ähnlichen Klagen in Frankreich und den USA. Khelif und Yu-ting waren von der Iba von der WM 2023 ausgeschlossen worden. Der Verband hatte Wettbewerbsvorteile beider Boxerinnen verglichen mit anderen Teilnehmerinnen gesehen.
Das IOC, das sich mit der Iba in einem Dauerstreit befindet, hatte daraufhin seine Position bestärkt. Die beiden Sportlerinnen seien "keine Transgender-Athletinnen. Sie wurden als Frauen geboren, sind als Frauen aufgewachsen und haben während ihrer gesamten Boxkarriere in der Frauenkategorie gekämpft", teilten die Olympia-Organisatoren mit. Sowohl Yu-ting als auch Khelif hätten vor Paris keine perfekte Erfolgsbilanz vorgewiesen. Das Komitee wirft der Iba vor, dass beide Sportlerinnen 2023 ohne ein ordentliches Verfahren disqualifiziert worden waren. Die Entscheidung sei "willkürlich" gewesen.
Der grundsätzliche Streit beider Seiten liegt länger zurück: Die Olympia-Organisatoren hatten den Boxverband nach vorheriger Suspendierung im Sommer 2023 ausgeschlossen. Das IOC wirft der Iba um den Präsidenten Umar Kremlew unter anderem mangelnde finanzielle Transparenz und fehlende Integrität der Schiedsprozesse vor. Die olympischen Box-Wettbewerbe bei den Spielen in Tokio und in Paris organisierte das IOC selbst. (dpa/cw)














