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Teddy Awards

"Lesbian Space Princess" ist der beste queere Spielfilm

Der urkomische Animationsfilm "Lesbian Space Princess" wurde am Freitagabend auf der Berlinale als bester queerer Spielfilm ausgezeichnet. Auch Rosa von Praunheim konnte einen Teddy Award mit nach Hause nehmen.


Szene aus "Lesbian Space Princess" (Bild: We Made A Thing Studios)

Mit den Teddy Awards sind am Freitagabend in der Berliner Volksbühne die unabhängigen queeren Filmpreise der Berlinale vergeben worden. Bei den Teddy Awards sichtet die internationale Jury Filme mit queerem Kontext aus allen Sektionen der Filmfestspiele. In jeder Kategorie werden anschließend mehrere Filme nominiert.

Der Teddy für den besten Spielfilm ging an "Lesbian Space Princess" der australischen Regisseurinnen Leela Varghese und Emma Hough Hobbs. In dem Animationsfilm muss die introvertierte Weltraumprinzessin Sairas ihren Heimatplaneten Clitopolis verlassen, um in einer inter-gay-laktischen Mission ihre gekidnappte Exfreundin zu befreien, die von den Straight White Maliens gefangen gehalten wird.

Direktlink | Trailer "Lesbian Space Princess"
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"In einer Zeit, in der unsere Community jeden Grund zum Lachen braucht, bietet dieser Film eine wunderbar subversive Vision einer Zukunft, die sowohl inhaltlich wie formal so unverschämt queer ist, dass sie das scheinbar Unmögliche erreicht – universelle Anziehungskraft durch das unbeirrbar Spezifische", urteilte die Jury. "In einer meisterhaften Mischung aus messerscharfer Kritik und purem Camp haben uns die Macher*innen alles von empfindungsfähigen königlichen Genitalien bis hin zu tiefgründigen Meditationen über den Selbstwert gegeben und bewiesen, dass revolutionäre Kunst am besten funktioniert, wenn sie uns zum Lachen bringt."

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Bester Dokumentarfilm: "Satanische Sau"

Als bester Dokumentarfilm wurde "Satanische Sau" ausgezeichnet, mit dem sich der 82-jährige Rosa von Praunheim selbst feiert. "Die Sau bin ich, gespielt von meinem Alter Ego, dem genialen Schauspieler Armin Dallapiccola", teilte er zum Inhalt mit. "Der Film ist ein Traum, eine Parodie, eine Farce meines Lebens. Poetische Assoziationen zu meinem Tod, zu meinem Sexleben, zu meiner Wiedergeburt."


Rosa von Praunheim bedankt sich für den Teddy Award (Bild: Teddy Award)

Praunheims Lebensbilanz werde "nicht als Monolog vorgetragen, sondern gemeinsam mit einem Alter Ego als heidnisches Ritual auf der Basis gemeinsamer Erfahrungen exerziert", lobte die Jury. "Das geradezu anfallartige, unablässige kreative Produzieren speist sich ohnehin aus den lebensbegleitenden queeren Todeserfahrungen: HIV, Morddrohungen, schließlich – das Alter. Sex und Filmemachen sind Gegenmittel zum Verschwinden, Verstummen und Unberührbar-Werden."

Der Trailer für "Satanische Sau" wurde von YouTube mit einer Altersbegrenzung versehen und kann leider nicht eingebunden werden.

Bester Kurzfilm: "Lloyd Wong, Unfinished"

Der experimentelle Dokumentarfilm "Lloyd Wong, Unfinished" von Lesley Loksi Chan bekam den Teddy für den besten Kurzfilm: In den 1990er Jahren begann der schwule chinesisch-kanadische Künstler Lloyd Wong eine Videoarbeit über sein Leben mit HIV. Sie blieb unvollendet. 30 Jahre nach seinem Tod entdeckt und bearbeitet die Filmemacherin Lesley Loksi Chan das Material.

Direktlink | Trailer "Lloyd Wong, Unfinished"
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Die Jury war "tief berührt von dieser Arbeit an der Übermittlung queerer Geschichte als intergenerationalem Projekt, das in seiner empathischen Recherche etwas freilegt, mit dem wir noch nicht fertig sind und das mit uns noch nicht fertig ist".

"Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst" erhält Teddy Jury Award

Mit dem Teddy Jury Award wurde das Spielfilmdebüt "Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst" der österreichischen Regisseurin Marie Luise Lehner ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Anna, die bei ihrer gehörlosen Mutter lebt. Eine Komplizin findet sie in Mara, die mit feministischen Fragen provoziert und mit ihrem queeren Vater ebenfalls allein lebt.

Direktlink | Interview mit Marie Luise Lehner
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"Die Erfahrungen, etwas Besonderes zu sein, sind ambivalent, aber die Erkundungen der Identität führen weder zu eindeutigen Lösungen noch in die Katastrophe", heißt es in der Begründung der Jury. "Dieser Film trifft den Kern unserer Gegenwart mit trügerischer Leichtigkeit, bevölkert seine Welt mit queeren Menschen, besteht gleichzeitig auf der grundlegenden Queerness der Existenz – und behauptet schließlich, dass die körperliche Autonomie niemals der institutionellen Kontrolle überlassen werden darf."

Special Teddy Award für Todd Haynes

Der Special Teddy Award ging in diesem Jahr an den US-Schauspieler und diesjährigen Jury-Präsidenten der Berlinale Todd Haynes, der mit seinen Filmen die "Queer New Wave" begründet habe. "Seine sensiblen und atmosphärischen Beschreibungen von queerem Begehren in einer heteronormativen Welt, seine Leidenschaft für Musik und sein Mut, soziale Missstände zu benennen, machen seine Filme außergewöhnlich und relevant", urteilte die Jury.


Todd Haynes erhielt den Special Teddy Award (Bild: Teddy Award)

Der Teddy Award wird seit 39 Jahren im Rahmen der Berlinale verliehen. Er gilt als ältester Filmpreis für Filme und Personen, "die Themen zur gesellschaftlichen Vielfalt kommunizieren und einen Beitrag für mehr Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und Gleichstellung in der Gesellschaft leisten". Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr Allegra Madsen (San Fransisco International LGBTQ+ Film Festival), Jan Künemund (DOK Leipzig) und Raul Niño Zambrano (Sheffield DocFest). (cw/pm)

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