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Nach Haushaltskürzungen

Berlin: Offener Brief zum Erhalt der Inter*Trans*Beratung für Kinder und Jugendliche

Auch aus der Aids-Prävention wird eine Rücknahme der Kürzungen in diversen Bereichen gefordert.

Die geplanten Kürzungen im Haushalt der Berliner Bildungsverwaltung, die auch mehrere queere Projekte umfasst, sorgen weiter für Entrüstung und Gegenwehr. Das Haus von Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hatte unter anderem angekündigt, zum 1. April rund 116.000 Euro für die trans und inter Beratung der Schwulenberatung im Bereich Kinder und Jugendliche zu streichen (queer.de berichtete).

Eine Rücknahme der Kürzung und unbefristste Weiterfinanzierung der Inter*Trans*Beratung Queer Leben fordert nun ein Offener Brief, der bei Google Docs abrufbar und mitunterzeichenbar ist. Nach Angaben der Initiative wurde er bereits von über 2.500 Personen unterzeichnet, "darunter viele Ärzt*innen, (KiJu-)Psychotherapeut*innen, Eltern, Lehrer*innen".

"Das drohende Aus dieses etablierten Angebots wiegt umso schlimmer, als dass gerade trans* und inter* Kinder und Jugendliche besonders vulnerabel sind", heißt es in dem Brief. "Die Inter*Trans*Beratung bietet trans* und inter* Kindern und Jugendlichen den dringend erforderlichen 'sicheren Hafen', damit sie bei Ausgrenzung, erzwungener Selbstverleugnung oder drohender Suizidalität nicht auf sich allein gestellt sind". Das Angebot verkleinere "eine immense Versorgungslücke, wie sie auch in der 'Regenbogenhauptstadt Berlin' immer noch besteht".

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Kritik aus der Aids-Prävention

Insgesamt betreffen die Kürzungen und Streichungen rund 100 Projekte, darunter die Förderung in Höhe von rund einer halben Million Euro der Fachstelle Queere Bildung und Einsparungen von rund 15.000 Euro beim Queer History Month. Kritik an den Kürzungen, die unter anderem auch Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus oder für geflüchtete Kinder umfassen, kam am Dienstag auch vom Fast Track City Netzwerk Berlin, dessen Mitglieder am Ziel arbeiten, die HIV-Epidemie bis 2030 zu beenden. Die Sparpolitik setze "die Gesundheit der gesamten Stadt aufs Spiel", heißt es in einer Presseerklärung. "Ohne ausreichende Mittel für Prävention, Aufklärung und Integration wird dieses Ziel nicht nur verfehlt – es wird verunmöglicht."

Neben der Behandlung von HIV und anderen Krankheiten seien Aufklärung und psychosoziale Stabilisierung der wichtigste Ansatz der Prävention. "Wir wollen und müssen die jüngeren Generationen in ihren Werdegängen zu mündigen, informierten und selbstbewussten erwachsenen Mitgliedern unserer Gesellschaft begleiten. Bei ihnen, und insbesondere bei vulnerablen queeren, trans und inter Minderjährigen zu sparen, heißt, unsere Gesellschaft und Zukunft nachhaltig zu schwächen."

Die Kürzungen träfen "die Schwächsten zuerst", so Adir Jan Tekin, Geschäftsführer des HILFE-FÜR-JUNGS e.V. "Queere Jugendliche, Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung, Menschen, die dringend Aufklärung, Schutz und Unterstützung brauchen. Sie zahlen den Preis für eine Politik, die soziale Gerechtigkeit nur mehr als unzureichend berücksichtigt. Jens Ahrens, Geschäftsführer der Berliner Aids-Hilfe, betont: "Gerade in der Jugendarbeit lassen sich sexuelle Gesundheitsprävention mit Antidiskriminierungsarbeit verbinden. Die aktuellen Kürzungen schwächen genau diese Arbeit." Man fordere "eine sofortige Rücknahme der Kürzungen in der sozialen Infrastruktur und eine Rückkehr zu einer Politik, die Menschen schützt – nicht spart". (pm/cw)

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