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97. Academy Awards

Oscars: "Anora" siegt vor "Emilia Pérez", "Wicked"

Der Film über eine Sexarbeiterin holte fünf Auszeichnungen, während queere Filme und Personen nur wenige Erfolge aufweisen konnten.


Zoë Saldaña nach der Verleihung mit ihrem Oscar für "Emilia Pérez" (Bild: IMAGO / UPI)
  • 3. März 2025, 09:58h 3 Min.

Bei den am Sonntagabend in Los Angeles vergebenen Oscars hat die Tragikomödie "Anora" über eine Sexarbeiterin in den USA gleich fünf Auszeichnungen gewonnen, darunter für den besten Film. Das Werk vom ebenfalls ausgezeichneten Regisseur Sean Baker war sechsmal nominiert gewesen. Weitere hoch gehandelte Favoriten wie "Wicked" oder "Emilia Pérez" erzielten bei der 97. Verleihung nur wenige Auszeichungen.

Einen Oscar als beste Nebendarstellerin konnte immerhin Zoë Saldaña holen, sie spielt im queeren Musical-Thriller "Emilia Pérez" eine Anwältin. Während sie bei ihr Bafta-Dankresrede vor wenigen Wochen den Preis ihrem trans Neffen widmete (queer.de berichtete), freute sie sich am Sonntag unter Tränen als "stolze Tochter eingewanderter Eltern mit Träumen, Würde und hart arbeitenden Eltern", den ersten Oscar für eine Person dominikanischen Ursprungs geholt zu haben.

Insgesamt hatte der Film 13 Nominierungen (inklusive bester Film und beste Regie), konnte ansonsten aber nur den Oscar für den besten Originalsong ("El Mal", Clement Ducol, Camille und Jacques Audiard) holen – unter anderem gegen Elton Johns "Never Too Late" aus der gleichnamigen Dokumentation. Karla Sofia Gascón war für ihre Hauptrolle als erste trans Frau überhaupt für einen Oscar nominiert worden, hatte in den letzten Wochen aber mit früheren rassistischen Tweets für Schlagzeilen gesorgt (queer.de berichtete) und musste sich Mikey Madison aus "Anora" geschlagen geben, während Demi Moore ("The Substance") als Favoritin galt.

Zwei Oscars und ein Auftritt für "Wicked"

Für "Wicked" gewann derweil der schwule Modeschöpfer Paul Tazewel den Oscar für bestes Kostümdesign, als erste Schwarze Person (nachdem er bereits 2022 für "West Side Story" nominiert war). Für die Musical-Adaption schuf er über 1.000 Kostüme. Die queere Schauspielerin Cynthia Erivo und Sängerin Ariana Grande gingen in ihren "Wicked"-Haupt- und Nebenrollen leer aus, eröffneten aber die Show mit einem Medley aus "The Wizard of Oz" samt "Somewhere over the rainbow". Der Film mit zehn Nominierungen holte noch einen Oskar für bestes Produktionsdesign (Nathan Crowley und Lee Sandales).

Aus queerer Sicht ist noch der Oskar für bestes adaptiertes Drehbuch relevant – er ging an Peter Straughan für "Conclave". Leer aus ging unterem der schwule Schauspieler Colman Domingo (nominiert als bester Hauptdarsteller in "Sing Sing"), während der Film "Queer" mit Daniel Craig nicht mal eine Nominierung erhalten hatte. Für "Conclave" war auch Ralph Fiennes mit einem Oscar als männlicher Hauptdarsteller nominiert, den Preis holte aber Adrian Brody mit "The Brutalist", als einer von drei Oscars für den Film. Die Gold-Statue für den besten männlichen Nebendarsteller ging an Kieran Culkin ("A Real Pain"). Nominiert war hier auch Jeremy Strong als schwuler Bösewicht Roy Cohn an der Seite Trumps in "The Apprentice". (cw)

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