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Portal spricht von "Verschwörungstheorien"
"Romeo" verteidigt Wahlumfrage mit AfD-Mehrheit
Vor einem Monat hatte es Kritik an einer Umfrage unter Nutzern des schwulen Datingportals "Romeo" gegeben, in der die AfD auf Platz eins stand. Jetzt weist das Portal Manipulationsvorwürfe zurück.

Plakat bei der Demo "Wähl Liebe" Mitte Februar in Hamburg (Bild: IMAGO / Hanno Bode)
- 11. März 2025, 12:50h 2 Min.
Das schwule Datingportal "Romeo" hat bekanntgegeben, dass es keine Anzeichen für Manipulationen in seiner Umfrage zur Bundestagswahl gebe. Die Umfrage sorgte Anfang Februar für internationale Schlagzeilen, weil demnach die AfD unter "Romeo"-Nutzern die populärste Partei ist – mit erheblichem Vorsprung vor den Grünen (queer.de berichtete).
Die Umfrage widersprach anderen Befragungen innerhalb der LGBTI-Community. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Justus-Liebig-Universität Gießen kam etwa zu dem Ergebnis, dass weniger als drei Prozent der queeren Bevölkerung die AfD unterstützten (queer.de berichtete). Auch bei einer nicht repräsentativen queer.de-Befragung im Februar konnte die AfD die Fünf-Prozent-Hürde nicht überschreiten. Diese riesigen Unterschiede vermag "Romeo" nicht zu erklären.
Nutzer "zu schnell" für Manipulation
"Romeo" behauptete vielmehr, es habe "Verschwörungstheorien" gegeben, wonach "der Umfragelink weitergegeben und die Ergebnisse gezielt manipuliert wurden (z. B. in Telegram-Gruppen)". Zwei Punkte deuteten jedoch gegen eine Manipulation. Zum einen stimmten "Romeo"-Nutzer zu schnell ab – so seien rund die Hälfte der Stimmen in den ersten 24 Stunden eingegangen. In der ersten Stunde sei die AfD noch stärker gewesen als am Ende der Umfrage, hieß es weiter. "Im Wesentlichen", so das zweite Argument des Datingportals, seien die Zahlen aber während der gesamten Umfrage unverändert" geblieben.
"Romeo" wies erneut darauf hin, dass es sich um eine "selbstauswählende Stichprobe" handle, an der sich alle beteiligen konnten, die Interesse hatten. Dabei könnte es auch Manipulationen gegeben haben: "Während wir die Links nicht außerhalb der App teilen, können wir nicht ausschließen, dass sie weitergegeben werden." Und weiter: "Es ist wichtig zu beachten, dass diese Methode zwar häufig verwendet wird, jedoch im Allgemeinen nicht für die Erstellung statistisch genauer Wahlprognosen geeignet ist."
In dem Pressetext behauptete "Romeo" auch, dass es mehr Aufregung in den Nachrichten als den queeren Kommentarspalten zu dem Ergebnis gegeben habe. Dabei appellierte das Portal indirekt, Wähler der rechtsextremen Partei nicht auszuschließen. "Unabhängig von den endgültigen Prozentzahlen sehen wir unsere Ergebnisse als einen lauten Hilferuf. Wir möchten queere Vertreter ermutigen, ohne Mauer im Kopf zuzuhören – insbesondere der Jugend."
Danach kritisierte "Romeo" den Berliner Queerbeauftragten Anfonso Pantisano, der als Reaktion auf die Umfrage die Aktion "Kein Sex mit Nazis" gestartet hatte (queer.de berichtete). "Mit einem Aufruf zum Sex-Boykott zu antworten, [erscheint] uns da wenig hilfreich", so "Romeo". (cw)














