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  • 26. Januar 2004, noch kein Kommentar

Von Dennis Klein

Für Verunsicherung hat die am 1. Januar in Kraft getretene Gesundheitsreform geführt. Die Aids-Hilfen befürchten, dass gerade sozial schwache Patienten für ihre Behandlung nicht mehr aufkommen können und daher Medikamente absetzen. Jedoch konnte nun ein erster Erfolg verbucht werden: HIV und Aids gelten de facto als chronische Krankheit; Patienten müssen daher nur ein Prozent ihres Einkommens für Zuzahlungen aufbringen, Nicht-Chroniker dagegen bis zu zwei Prozent.

Am Freitag haben sich die Ärzte und Krankenkassen darauf geeinigt, dass Patienten, deren Lage sich beim Absetzen ihrer Medikamente lebensbedrohlich verschlimmern würde oder deren Lebensqualität beeinträchtigt wäre, auch als chronisch krank gelten. "Der Arzt hat damit mehr Entscheidungsfreiheit", berichtet Rainer Schilling von der Deutschen Aids-Hilfe (DAH), die sich bei den Verhandlungen für diese Regelung stark gemacht hatte. "Wir haben Schlimmeres verhindert", meint auch Dirk Hetzel, DAH-Referent für Menschen mit HIV und Aids. Die Arbeitsgemeinschaft der Kassenverbände war jedoch über diese Regelung wenig erfreut, da die "Spielräume für Beitragssenkungen" geringer werden.

Für die Aids-Hilfe war der erste Erfolg nur der Beginn eines langen Kampfes: "Die Gesundheitsreform wird uns noch das ganze Jahr beschäftigen", ist sich Hetzel sicher. Der nächste Knackpunkt: Die Kostenübernahme nicht verschreibungspflichtiger Medikamente. Bis Ende März soll Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (Bild rechts) eine Liste von Medikamenten übergeben werden, die auch weiterhin von den Krankenkassen bezahlt werden. "Bei vielen Patienten stehen nicht verschreibungspflichtige Medikamente im direkten Zusammenhang mit der Primärtherapie", erläutert Hetzel. "Beispiele sind Durchfallmedikamente oder Medizin gegen chronische Bronchitis." Mittel, die nicht auf diese Liste kommen, müssten vom Patienten voll bezahlt werden. "Für viele Menschen entstehen enorme Kosten, die nicht auf die Zuzahlung in Höhe von einem oder zwei Prozent des Einkommens anrechenbar ist." Die Folge: Gerade ärmere Patienten könnten sich ein gesundes Leben kaum noch leisten.

26. Januar 2004, 15:31 Uhr



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