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Goldmedaille in Los Angeles angepeilt

Imane Khelif über Trump-Dekret: Schüchtert mich nicht ein

US-Präsident Donald Trump will trans Menschen vom Frauensport ausschließen. Boxerin Imane Khelif, deren Geschlechtsidentität immer wieder angezweifelt wird, glaubt nicht, dass dies einen Einfluss auf ihren Olympia-Start in Los Angeles haben wird.


Die cisgeschlechtliche Imane Khelif ist offenbar ein Kollateralschaden im Kulturkampf gegen queere Menschen (Bild: IMAGO / Avalon.red)
  • 19. März 2025, 13:47h 3 Min.

Die algerische Box-Olympiasiegerin Imane Khelif sieht in einem Anfang Februar verkündeten Dekret von US-Präsident Donald Trump, das trans Menschen vom Frauensport ausschließen soll, keine Gefahr für ein Startverbot bei Olympia 2028 in Los Angeles. "Ich gebe Ihnen eine klare Antwort: Der US-Präsident hat eine Entscheidung zur Transgender-Politik in Amerika getroffen. Ich bin nicht transgender. Das betrifft mich nicht und schüchtert mich nicht ein", sagte die 25-Jährige im Interview des britischen TV-Senders ITV.

"Ich wurde als Mädchen geboren, bin als Mädchen aufgewachsen und habe mein ganzes Leben als Mädchen gelebt", betonte Khelif, um die bei den Sommerspielen 2024 in Paris genau wie um Olympiasiegerin Lin Yu-ting aus Taiwan eine heftig geführte Geschlechter-Debatte entbrannt war. Sie wolle nun ihre zweite Goldmedaille holen, "in Amerika, in Los Angeles", bekräftigte Khelif.

Trump wettert über Situation im Frauenboxen

Das wäre für Trump ein großes Ärgernis. Der Republikaner hatte die Geschlechter-Debatte im Frauenboxen sogar für seinen Wahlkampf genutzt. Er verspreche, "Männer aus dem Frauensport herauszuhalten", hatte er bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania gesagt (queer.de berichtete). Bei Olympia in Paris seien Männer, die zu Frauen gemacht worden seien, im Boxen angetreten, wetterte Trump. Für die Trans-Identität von Khelif und Lin als Männer gibt es keine faktische Begründung.

Beide Athletinnen waren von der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) suspendierten Box-Organisation Iba von der WM 2023 nach umstrittenen Geschlechtertests ausgeschlossen worden. Der Verband hatte behauptet, die beiden Sportlerinnen hätten verglichen mit anderen weiblichen Teilnehmerinnen Wettbewerbsvorteile, ohne genaue Daten vorzulegen. Das IOC hatte dies als "willkürlich" bezeichnet und das Startrecht von Khelif und Lin im olympischen Frauenboxen als regelkonform verteidigt.

Iba ist verlängerter Arm des Putin-Regimes

Die Iba könnte übrigens andere Interessen haben als den "Schutz des Frauensports": Der Verband gilt als verlängerter Arm des Putin-Regimes und wollte offenbar so die Olympiade diskreditieren, um gegen den Ausschluss russischer Sportler*innen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu protestieren.

Khelif und Lin wurden in einer Social-Media-Kampagne geradezu gemobbt. Auch aus der AfD und der Union kamen transfeindliche Sprüche. Der CDU-Politiker Johannes Winkel, der Chef der Jungen Union, warf Khelif auf X (vormals Twitter) ebenfalls vor, trans zu sein und bezeichnete trans Frauen ferner als "kranke Männer" (queer.de berichtete). Bis heute hat sich der 33-jährige Düsseldorfer nicht für den Ausbruch entschuldigt. Er ist bei der Bundestagswahl im Februar erstmals ins deutsche Parlament gewählt worden. (dpa/cw)

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