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Ungarn
Budapest: Tausende Menschen demonstrieren gegen CSD-Verbot
Aus Protest gegen das Verbot von Pride-Paraden in Ungarn haben Tausende Demonstrant*innen am Montagabend in der Hauptstadt Budapest mehrere Brücken und Straßen blockiert.

Demonstrant*innen auf der Freiheitsbrücke (Bild: IMAGO / NurPhoto)
- 26. März 2025, 11:21h 2 Min.
Das CSD-Verbot in Ungarn stößt auf Widerstand: Am Montagabend gingen Tausende Menschen in der Hauptstadt Budapest gegen Queerfeindlichkeit und die Einschränkung der Demonstrationsfreiheit auf die Straße. Die Teilnehmer*innen blockierten mehrere vielbefahrene Straßen, besetzten drei Donaubrücken und zündeten bunte Rauchbomben. Dabei riefen sie "Demokratie" und "Versammlung ist ein Grundrecht".
/ g_s_worldCan a protest ban silence a movement? Budapests Pride march has been held since 1997. A new law now aims to ban it altogether.
Global South World (@g_s_world) March 26, 2025
Thousands took to the streets against the new law restricting Pride and protests. Protesters say its about more than Prideit's about the right to pic.twitter.com/RxsUw2sx0J
Organisiert wurden die Proteste von dem unabhängigen Abgeordneten Ákos Hadházy, der von dem Beginn eines "Technofaschismus" in seinem Land sprach. Die Menschen in Ungarn rief er dazu auf, so lange auf die Straße zu gehen, bis die Regierung das CSD-Verbot zurückzieht.
CSD-Teilnehmer*innen drohen Geldstrafen
Das ungarische Parlament hatte am Dienstag letzter Woche ein Gesetz zum Verbot der jährlichen Pride-Demonstration verabschiedet (queer.de berichtete). Der Text verbietet Versammlungen, die gegen ein Gesetz aus dem Jahr 2021 verstoßen, wonach "das Bewerben und Darstellen" von Homosexualität und Geschlechtsänderung vor Minderjährigen verboten ist. Durch das Gesetz können Organisator*innen und Teilnehmer*innen der Paraden mit Geldstrafen von bis zu 500 Euro belegt werden.
Die Verabschiedung des Gesetzes ist die jüngste Einschränkung der Rechte queerer Menschen im Namen des "Kinderschutzes" durch die rechtspopulistische ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban. Im vergangenen Monat hatte die Regierung erklärt, die diesjährige CSD-Demonstration würde "in ihrer derzeitigen öffentlichen Form" nicht mehr "toleriert" werden (queer.de berichtete).
Bürgermeister: CSD-Demo soll trotzdem stattfinden
Die Organisator*innen der Budapester Pride-Parade sowie der Bürgermeister der Stadt haben angekündigt, dass die Veranstaltung im Sommer trotzdem stattfinden solle. Die CSD-Demonstration findet seit 30 Jahren in der ungarischen Hauptstadt statt.
Mitglieder des Europäischen Parlaments und UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatten das CSD-Verbot scharf kritisiert (queer.de berichtete). (cw)
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