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- 28. Juli 2006 2 Min.
München (queer.de) - Die Essener Schauspielerin Elisabeth Volkmann ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Volkmann sei am späten Donnerstagabend leblos in ihrer Wohnung gefunden worden, teilte die Polizei in München mit. "Es deutet nichts auf ein Suizid oder Fremdverschulden hin", sagte eine Polizeisprecherin. Es habe sich jemand bei der Polizei gemeldet, der sich um die Schauspielerin Sorgen machte. Die Online-Ausgabe der "Bunten" hatte den Tod Volkmanns zuvor gemeldet. Einem breiten Publikum wurde sie insbesondere als Jolanthe von Scheußlich in der Fernsehserie "Klimbim" (1973-79) bekannt. Dort war sie u. a. neben Ingrid Steeger und Peer Augustinski zu sehen. Volkmann avancierte durch die Rolle von einer belächelten Sexfilm-Darstellerin (u. a. "Seitensprung-", "Hausfrauen-" und "Lehrmädchen-Report") zur anerkannten "Ulknudel der Nation". Auftritte in Strapsen und offenherzigen Miedern wurden ihr Markenzeichen. Für Rainer Werner Fassbinder stand die ausgebildete Sopranistin später in den anspruchsvollen Werken "Lili Marleen", "Lola" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss" vor der Kamera. Ihren letzten großen Erfolg hatte sie als Synchronsprecherin: Volkmann war die brillante deutsche Stimme der Marge Simpson und deren Zwillingsschwestern Patty und Selma in der Zeichentrickserie "Die Simpsons". Im Mai 2005 hatte Volkmann in einem bewegenden Interview mit dem Schwulenmagazin "Box" über ihre Bekanntschaft zu Freddie Mercury geplaudert, aber auch offenbart, dass ihre besten Freunde schwul seien. Während des Interviews begann sie schluchzen, da ihre drei wichtigsten Menschen, ihr Mann, ihr bester Freund und die ihr sehr nahe stehende Schauspielerin Barbara Valentin, alle bereits verstorben seien. Zum Schluss sagte sie: "… aber je älter ich werde, desto weniger gerne rede ich über mich. …es ist sehr schmerzhaft, und deswegen denke ich noch nicht an eine Biografie. Für mich wäre es auf jeden Fall zu früh." (jg)













