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Italien
Homophober Rentner wollte Finger seines schwulen Sohnes brechen lassen
Ein Vater terrorisierte seinen Sohn, nachdem sich dieser als schwul geoutet hatte. Jetzt hat ein Gericht dem Sohn Schadensersatz zugesprochen.

Fabrizio Obbialero wurde von seinem Vater terrorisiert – nur wegen seiner sexuellen Orientierung (Bild: Facebook / Dr. Obbialero)
- 31. März 2025, 14:09h 2 Min.
Es ist eine unglaubliche Geschichte, die der angesehene Chirurg Fabrizio Obbialero gegenüber italienischen Medien erzählt: Der 48-Jährige aus Turin berichtet davon, wie sein heute 80-jähriger Vater ihn nach seinem Coming-out schikanierte – und sogar einen Schläger anheuerte, um ihm die Finger zu brechen.
Deshalb hat ein Zivilgericht in der Kleinstadt Asti dem Geschädigten am 22. März Schadenersatz zugesprochen. Es handelt sich dabei um den ersten Fall, in dem ein Schaden wegen homophoben Verhaltens anerkannt worden war.
Terror nach Coming-out
Obbialero hatte sich 2016 gegenüber seinem Vater geoutet. Doch dieser kam damit nicht zurecht und terrorisierte seinen Sohn und dessen Lebenspartner. So erstellte er in sozialen Medien falsche Profile und versuchte, den Chirurgen zu diskreditieren – etwa, indem er behauptete, dieser nehme Drogen. Er bezahlte außerdem einen Kriminellen, die Autoreifen seines Sohnes zu zerstechen. Dabei ging er auch auf seine eigene Ehefrau los, die sich immer wieder auf die Seite ihres Sohnes stellte. Auch ihre Autoreifen ließ er etwa zerstechen. Die Mutter starb vor drei Jahren an einer Krankheit.
2018 heuerte der homophobe Vater gar einen Mann an, um seinen Sohn Gewalt anzutun. Dabei habe er gesagt: "Brich ihm die Finger, damit er nicht mehr als Chirurg arbeiten kann." Dieser wollte den Auftrag aber nicht ausführen und wandte sich an die Polizei. Daraufhin wurde der Mann im Jahr 2020 wegen schwerer Körperverletzung und Stalkings zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt.
"Ich hätte nicht gedacht, dass er so weit geht"
"Ich wusste, wie er dachte, aber ich hätte nicht gedacht, dass er so weit geht", erklärte Obbialero laut der Nachrichtenagentur Dire. "Ich erinnere mich, wie ich als Kind kein Fußball mochte, während er besessen davon war. 'Du bist entweder ein Fußballer oder eine Schwuchtel', pflegte er zu sagen. Heute sprechen wir nur über unsere Anwälte."
Für den Chirurgen hatten die Taten seines Vaters gesundheitliche Auswirkungen. In einem medizinischen Gutachten, das für das Zivilverfahren beauftragt worden war, hieß es etwa, dass die Verhaltensweisen des Vaters "beim Opfer eine psychopathologische Symptomatik hervorgerufen haben, die eine Anpassungsstörung mit ängstlichen und depressiven Symptomen darstellt". (cw)














