https://queer.de/?53118
Bayern
Homosexuellenfeindliche Attacke in Augsburg: Polizei fahndet nach bekanntem Gewalttäter
Nach der schwulenfeindlichen Attacke in Augsburg hat die Polizei offenbar einen weiteren Verdächtigen identifiziert. Dabei handelt es sich um einen bekannten Straftäter, der bereits hinter Gittern saß.
- 31. März 2025, 14:51h 2 Min.
Die Augsburger Polizei hatte am Freitag mitgeteilt, dass drei Männer zwischen 22 und 24 Jahren nach einer homosexuellenfeindlichen Attacke festgenommen worden waren (queer.de berichtete). Die Verdächtigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Sie sollen vor gut einer Woche alkoholisiert einen 26-Jährigen und einen 28-Jährigen homophob beleidigt und sie so zusammengeschlagen haben, so dass die beiden stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Am Wochenende wurde bekannt, dass in diesem Fall auch gegen den polizeibekannten Straftäter Halid S. ermittelt werde. Dies bestätigte dessen Anwalt gegenüber dem "Bayerischen Rundfunk". Der Verdächtige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft besitzt, soll sich derzeit auf der Flucht befinden. Er hatte am Nikolaustag 2019 als 17-Jähriger im Streit einen 49-jährigen Feuerwehrmann, von dem seine Clique eine Zigarette schnorren wollte, totgeschlagen. Deshalb war er bereits wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von mehr als vier Jahre verurteilt worden.
Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) der Generalstaatsanwaltschaft München und die Kriminalpolizei Augsburg ermitteln in diesem Fall. Grund dafür sei, dass es "Anhaltspunkte für einen queerfeindlichen Hintergrund" der Attacke gebe. "Straftaten aus dem Bereich der Hasskriminalität werden von Generalstaatsanwaltschaft und Polizei konsequent verfolgt", teilten die Behörden mit.
In Bayern wurden im vergangenen Jahr 177 queerfeindliche Straftaten zur Anzeige gebracht, allerdings wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen (queer.de berichtete). Der Freistaat ist derzeit das einzige Bundesland in Deutschland, das keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit aufgelegt hat. Einen solchen Schritt hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Wahlkampf 2023 zwar angekündigt, im Koalitionsvertrag fand das Thema aber keine Erwähnung (queer.de berichtete). (cw)
















