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Akzeptanz-Kampagne

Die alte Bundes­regierung erklärt das Queersein

Unter dem Motto "Was ist queer?" startete am Dienstag die erste Kampagne einer Bundesregierung für die Akzeptanz von queeren Menschen. In Auftrag gegeben wurde sie vom Queer-Beauftragten Sven Lehmann.


Sven Lehmann mit Motiven der Kampagne "Was ist queer?" (Bild: Florian Gaertner / photothek.de)
  • 8. April 2025, 16:46h 2 Min.

Die Bundesregierung ist nur noch geschäftsführend im Amt, setzt zum Abschied aber ein queeres Zeichen. Unter dem Motto "Was ist queer?" startete sie am Dienstag eine Kampagne für die Akzeptanz von queeren Menschen. Das hatte keine andere Bundesregierung zuvor getan. In Auftrag gegeben wurde die Kampagne vom Queer-Beauftragten Sven Lehmann (Grüne).

Die Kampagne "Was ist queer?" stellt mehrere queere Menschen mit Texten, Grafiken und Videos vor, darunter ein schwules Elternpaar, eine nichtbinäre Person und eine trans Frau. Auf der Kampagnen-Homepage wasistqueer.de wird zudem erklärt, wie man sich für die Akzeptanz von LGBTI im Alltag einsetzen kann.


Ein Kampagnenmotiv zeit die lesbische Ehrenamtlerin Monique

Kampagne richtet sich an Menschen, die keine Queers kennen

"Die Kampagne wirbt um Akzeptanz und zeigt auf, wie die Community im Alltag unterstützt werden kann", erklärte der Sven Lehmann am Dienstag in einer Pressemitteilung. "Angesprochen werden dabei vor allem Menschen, die in ihrem Alltag wenig Berührungspunkte mit LSBTIQ* haben, etwa weil sie keine LSBTIQ* persönlich kennen und es an ihrem Wohnort kaum bis kein sichtbares queeres Leben gibt."

Mit dem Aufstieg rechtsextremer, religiös-fundamentalistischer und nationalistischer Kräfte sei das gesellschaftliche Klima "polarisierter und rauer geworden", sagte Lehmann. "Menschen werden angestachelt und aufgewiegelt. Das merken auch LSBTIQ* in ihrem Alltag. Daher brauchen sie den Rückhalt und die Solidarität der Bevölkerung."

Mit dem Aktionsplan "Queer leben" hatte sich die scheidende Bundesregierung erstmalig ressortübergreifend zu einer aktiven Politik für die Akzeptanz und den Schutz von queeren Menschen verpflichtet. Es gehöre zudem zu den "Kernaufgaben" des Queer-Beauftragten, so Lehmann, "für die Rechte und Anliegen von LSBTIQ* zu sensibilisieren und für ein gesellschaftliches Klima zu werben, in dem Vielfalt geschätzt und geachtet wird."

Das Amt des Queer-Beauftragten steht zur Disposition

Ob es das Amt des Queer-Beauftragten in der neuen Bundesregierung noch geben wird, ist derzeit offen. Der designierte Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor der Wahl erklärt, dass er viele Beauftragte der Bundesregierung für überflüssig halte und die Posten "auf den Prüfstand" stellen wolle. Die AfD-Fraktion hat sogar einen Antrag zur Abschaffung des Queer-Beauftragten in den Bundestag eingebracht und gefordert, zukünftig lieber "gesunde Lebensstile" zu fördern (queer.de berichtete). (mize)

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