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Homophobie in der Familie

Manuel Flickinger: Trotz Versöhnung vom Vater enterbt

Der ehemalige "Prince Charming"-Teilnehmer Manuel Flickinger hatte eine schwierige Beziehung zu seinem Vater. Kurz bevor dieser verstarb, wurde die Beziehung besser. Doch da war er schon enterbt.


Zu schwul für Daddy: Manuel Flickinger im Dezember 2024 bei der Verleihung der Reality Awards in Köln (Bild: IMAGO / Future Image)
  • Von Aaron Warnecke
    9. April 2025, 10:10h 2 Min.

Viele queere Menschen haben ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Familie – zumeist wegen gesellschaftlicher Vorstellungen, denen sie nicht entsprechen. Umso schöner ist es, wenn Akzeptanz und Versöhnung doch noch die Beziehungen in den Familien einfacher machen. Der in Landstuhl, Rheinland-Pfalz, geborene Reality-TV-Darsteller Manuel Flickinger hat eine ganz ähnliche Geschichte mit seinem Vater. Der Justizfachwirt und Fitnesstrainer wurde durch seine Teilnahme bei der Fernsehshow "Prince Charming" im Jahre 2019 bundesweit bekannt. Weitere Shows wie "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" (2022) folgten. In den letzten zwei Jahren veröffentlichte er auch ein paar Singles. Auch tritt er als "Lafayette Diamond" auf.

Als sein Vater Anfang September 2023 starb, kam es nicht unbedingt überraschend – lange Zeit war er schon krank gewesen. Auf Instagram schrieb Flickinger, er werde ihn für immer in seinen Herzen tragen und das Leben für ihn mitfeiern. Nun wolle er sich um die Beerdigung kümmern. Die netten Worte und die Bilder des damaligen Posts, in denen sie sich in den Armen liegen, suggerieren eine gute Beziehung zwischen den zwei Männern.

Doch das Vater-Sohn-Verhältnis war nicht immer gut. Als Flickinger mit 18 Jahren sein Coming-out hatte, fremdelte sein Vater lange Zeit mit Flickingers sexueller Orientierung. Der schwule Sohn sei "verrückt" und das verursache ihm Probleme bei der Arbeit.

2019 aus dem Testament gestrichen

Eigentlich hatte sich ihre Beziehung seit der zweiten Hälfte der 2010er Jahre verbessert. Als Flickinger dann auch noch Kandidat beim Dschungelcamp war, machte das seinen Vater sehr stolz. Der "Bild"-Zeitung sagte Flickinger dazu, sein Vater habe damals für das ganze Dorf Autogrammkarten gewollt. Außerdem sei er stolz darüber, dass sein Sohn es geschafft habe. Ihr Verhältnis sei damals besser als je zuvor gewesen.

Doch dann kam die Ernüchterung. Als die Beziehung sich bereits besserte, hatte sein Vater Flickinger aus dem Testament gestrichen. Das war 2019. Ein Umschwenken war für seinen Vater wohl nicht mehr möglich oder nicht mehr gewollt. Die alleinige Erbin ist Flickingers Cousine, die im gleichen Dorf wie der Vater lebte. Ursprünglich hätten sich die beiden darauf geeinigt, dass Flickinger seinen Pflichtteil bekäme, um einen Wohnungskauf zu finanzieren. Mittlerweile ignoriere seine Cousine aber seine Kontaktversuche und habe ihn auf Messenger-Diensten geblockt, erklärte der Reality-TV-Darsteller gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Manuel Flickinger verklagt mittlerweile seine Cousine um den Pflichtteil des Erbes. Kommunikation mit der Familie ist nur noch über Anwält*innen möglich.