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Berufsleben
Queer-freundlicher Arbeitgeber? Ehrliche Bewertungen für die Jobsuche!
Auch wenn auf dem Papier hinter der Berufsbezeichnung ein "(m/w/d)" steht, bedeutet dies nicht automatisch, dass Firmenkultur oder Arbeitgeber wirklich queer-freundlich sind.

Eine eher konservative Ausrichtung von Firmen oder ein großer Teil an älterer Belegschaft mit wenig liberalen Einstellungen kann zu Schwierigkeiten führen, sich wirklich wohl am Arbeitsplatz zu fühlen (Bild: cowomen-1058097 / pexels)
- 16. April 2025, 07:31h 3 Min.
Auf dem Papier herrscht bei der Suche nach neuem Personal der Gleichstellungsgrundsatz. Auch wenn auf dem Papier hinter der Berufsbezeichnung ein "(m/w/d)" steht, bedeutet dies nicht, dass Firmenkultur oder Arbeitgeber wirklich queer-freundlich sind. Hier gesammelte Erfahrungen mit bestimmten Firmen und ihrer Belegschaft zu teilen, kann der Community bei der Erkenntnis helfen, wie weit Vorsatz und Wirklichkeit je nach Unternehmen voneinander abweichen.
Formale Gleichbehandlung vs. Firmenwirklichkeit
Eine Gleichbehandlung mit anderen, männlichen wie weiblichen Bewerbern ist vonseiten des Gesetzgebers aus festgeschrieben. Auch wenn Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung und anderen Kriterien pro forma ausgeschlossen ist, muss sich dies im Arbeitsalltag nicht widerspiegeln. Was sich über den Einstellungsprozess hinweg nicht zeigt, kann erst über die Wochen und Monate am Arbeitsplatz deutlich werden.
Eine eher konservative Ausrichtung von Firmen oder ein großer Teil an älterer Belegschaft mit wenig liberalen Einstellungen kann zu Schwierigkeiten führen, sich wirklich wohl am Arbeitsplatz zu fühlen. Diese Firmenwirklichkeit lässt sich kaum über die formale Gleichbehandlung abstellen, sondern bedarf weiterhin eines großen, gesellschaftlichen Wandels. Queere Arbeitnehmer sollten in Ruhe überlegen, wie hiermit umzugehen ist, vor allem im Rahmen eines Jobwechsels.
Seriöse Bewertungen über Arbeitgeber abgeben
Wie gut oder schlecht ein Arbeitgeber ist, lässt sich an zahllosen Faktoren bemessen. Ein konstruktiver Umgang mit der Belegschaft, eine klare Kommunikation auf allen Hierarchieebenen und natürlich das Gehalt sind Faktoren, die einspielen. Um potenzielle Bewerber auf die Stärken und Schwächen eines Unternehmens hinzuweisen, sind Plattformen wie GoWorkDE der ideale Anlaufpunkt.
Hier lassen sich seriöse Bewertungen von aktuellen und früheren Mitarbeitenden hinterlegen. Fairness bei dieser Bewertung sollte im Vordergrund stehen und kein "Bashing" betrieben werden. Hierbei ist es durchaus erlaubt, als queere Arbeitskraft auf die erlebte Wirklichkeit im Betrieb einzugehen. Eine seriöse Bewertung entsteht, wenn Stärken und Schwächen gleichermaßen benannt werden können und dies im Rahmen einer sachlichen Argumentation erfolgt.
Das Konfliktpotenzial bei Kündigungen
Wann und unter welchen Umständen Unternehmen bewertet werden, spiegelt sich sehr oft in der Bewertung wider. Viele Arbeitnehmende nutzen den Moment der Entlassung, um sich über den Arbeitgeber zu echauffieren und im Nachhinein noch einmal "Dampf abzulassen". Dies ist aus menschlichen Gründen verständlich, hilft anderen Interessierten jedoch nicht wirklich weiter, ein seriöses und ganzheitliches Bild vom Unternehmen zu erhalten.
Hierin kann eine Herausforderung für die queere Community liegen. Hat die Entlassung beispielsweise aus rein wirtschaftlichen Gründen stattgefunden oder konnte die eigene Person einfach nicht die Anforderungen am Arbeitsplatz erfüllen, hat die Entlassung nichts mit dem eigenen Lifestyle zu tun. Dies voneinander abzugrenzen und so Lob und Kritik gleichermaßen zu verteilen, setzt ein hohes Maß an Reflexion voraus.
Arbeitswelt in stetigem Wandel
Mit cleveren, queeren Geschäftsideen und einer größeren Freiheit durch digitale Arbeitsformen verändert sich die Berufslandschaft stetig. Hierin bestehen bereits im Vorfeld Chancen, sich als queere Bewerbende an Unternehmen zu richten, deren Philosophie, Produkte oder Services bewusst zum eigenen Lebensgefühl passen. Wenn man selbst zur Zielgruppe dieser Firmen gehört, kann auch eine hohe Attraktivität als Arbeitgeber vorliegen.
Umgekehrt gilt: Auch den traditionell konservativen Branchen vom Versicherungswesen bis zum Maschinenbau darf man gerne von vornherein eine Chance geben. Nicht selten ist die Überraschung groß, welche individuellen Lebenswege die Führungskräfte dieser Unternehmen aufweisen.














