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Volksverhetzung

Queere Menschen "Satansbrut" genannt: AfD-Politikerin verurteilt

Die AfD-Politikerin Leyla Bilge ist vom Amtsgericht Magdeburg wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Die 42-Jährige hatte vor zwei Jahren in einer Parteitagsrede übelst gegen queere Menschen gehetzt.


Leyla Bilge hetzte auf einem AfD-Parteitag gegen queere Menschen und wurde von einem Studenten dafür angezeigt (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

  • 17. April 2025, 05:41h 2 Min.

Das Amtsgericht Magdeburg hat die AfD-Politikerin Leyla Bilge wegen Volks­verhetzung zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro (90 Tagessätzen à 30 Euro) verurteilt. Das berichtete am Mittwoch die "Volksstimme" (Bezahlartikel).

Bilge hatte sich im Juli 2023 auf dem AfD-Parteitag in der Messe Magdeburg um einen Listenplatz für die Europawahl beworben und dabei gegen die LGBTI-Community gehetzt. In ihrer Bewerbungsrede bezeichnete sie queere Menschen unter anderem als "pädophil", "gestört" und "Satansbrut" (queer.de berichtete). Die EU befände sich "fest in der Hand einer familien- und wertefeindlichen LGBTQ-Genderlobby", welche "Kinder entfremden und sie für ihre teuflischen Ideologien einspannen" wolle, empörte sich die 42-Jährige damals auf dem Parteitag der Rechtsaußenpartei.

Angezeigt wurde Bilge von einem Leipziger Studenten. Die Äußerungen der AfD-Politikerin "waren auch für mich persönlich herabwürdigend und menschenverachtend", sagte der 23-Jährige im Prozess aus. "Ich habe nichts mit Satansbrut und teuflischer Ideologie zu tun. Ich bin einfach nur ein Mensch."

Vor Gericht nicht anwesend

Leyla Bilge war selbst nicht vor dem Magdeburger Amtsgericht erschienen. Ihre Anwältin und AfD-Kollegin Lena Kontré forderte laut "Volksstimme" einen Freispruch. Die Richterin sah jedoch alle Merkmale für Volksverhetzung erfüllt.

Bereits 2019 war Leyla Bilge mit einer schweren Entgleisung aufgefallen. Damals bezeichnete sie das Hissen der Regenbogenfahne vor einem Berliner Polizeirevier als "Zeichen für Geisteskrankheiten" (queer.de berichtete). Die 42-Jährige sorgte auch als Organisatorin von zwei als "Frauenmarsch" bezeichneten rassistischen Demonstrationen für Schlagzeilen. (mize)

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