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- 01. August 2006 1 Min.
London (queer.de) - Ein britisches Gericht hat entschieden, dass im Ausland geschlossene Ehe von Homosexuellen auf der Insel nicht anerkannt werden müssen. Dis Soziologie-Professorin Sue Wilkinson und ihre Partnerin Celia Kitzinger hatten argumentiert, dass die Nichtanerkennung ihrer in Kanada geschlossenen Ehe diskriminierend sei. In England gibt es Eingetragene Partnerschaften, die aber - anders als in Deutschland - praktisch mit gleichen Rechten und Pflichten daherkommen wie die heterosexuelle Ehe. In seinem Urteil sagte Richter Mark Potter, die Ehe sei nach "traditioneller Definition und Akzeptanz" eine Verbindung zwischen Mann und Frau, die zum Ziel hat, Kinder hervorzubringen. "Das ist ein fehlerhaftes, homophobes Urteil, das Diskriminierung aufrecht erhält und die britische Justiz beschädigt hat", sagte Peter Tatchell von der Homogruppe Outrage, die die Klägerinnen unterstützt hatte. Das Paar will Einspruch gegen die Entscheidung bei den Lordrichtern einlegen. Bei Nicht-Erfolg wollen Kitzinger und Wilkinson bis zum Europäischen Menschenrechtsgerichtshof ziehen. Allerdings brauchen sie dafür finanzielle Unterstützung, da sie ihre Ersparnisse aufgebraucht haben. Nach britischem Recht mussten sie nach der Niederlage alle Kosten des Verfahrens übernehmen - umgerechnet rund 40.000 Euro. In Deutschland ist die Rechtslage derzeit unübersichtlich. Ausländische Homo-Ehen werden anerkannt, wenn es sich um eine vergleichbare Rechtsform handelt. Allerdings erhalten die Paare hierzulande nur die begrenzten Rechte des Lebenspartnerschaftsgesetzes. (dk)
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