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Musikfestival wird entqueert
ESC verbietet Pride-Fahnen auf der Bühne
Die Europäische Rundfunkunion verbannt die Regenbogenfahne und ihre Ableger von der ESC-Bühne. Wenn ein Act sie – wie Vorjahressieger*in Nemo – trotzdem zeigt, droht der Ausschluss aus dem Wettbewerb.

Nemo würde dieses Jahr wohl disqualifiziert werden… (Bild: IMAGO / Pixsell)
- 28. April 2025, 13:03h 3 Min.
Beim nächsten Eurovision Song Contest Mitte Mai in Basel dürfen Teilnehmende keine Regenbogenfahnen oder andere Pride-Flaggen mit sich tragen. Das berichtet die dänische Sendeanstalt DR, die den Contest überträgt. Auch der niederländische Sender AVROTROS bestätigte das Verbot.
Die Organisator*innen der Europäischen Rundfunkunion (EBU) erklären demnach in ihrer neuen Flaggenrichtlinie, dass damit "politische Botschaften vermieden werden" sollten. Zwar könne das Publikum alle Fahnen mitbringen, sofern diese nicht gegen schweizerische Gesetze verstoßen – damit wären anders als im letzten Jahr etwa auch palästinensische Flaggen erlaubt, die sich symbolisch gegen die Teilnahme Israels beim Musikfestival richten.
Auf die Bühne dürften die Teilnehmenden der 37 Länder aber nur mit der offiziellen Landesfahne erscheinen, die jeweils von der schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRF zur Verfügung gestellt werde. Das Flaggenverbot für die Künstler*innen solle nicht nur bei den TV-Übertragungen der beiden Halbfinals und des Finales gelten, sondern bei allen offiziellen ESC-Veranstaltungen, wahrscheinlich also auch bei Pressekonferenzen.
Werden Flaggen-Rebell*innen disqualifiziert?
Jeder Act, der gegen diese Anordnung verstoße, könnte von dem Event ausgeschlossen werden. Außerdem werde die Fahne konfisziert. Zudem kündigte die EBU "mögliche weitere Konsequenzen" für jene Acts an, die etwa die Regenbogenfahne auf die Bühne brächten.
Das Verbot ist offenbar eine Reaktion auf den letzten ESC, der unter anderem von politischen Debatten vor allem um die Teilnahme Israels und von Streitigkeiten zwischen einigen Delegationen geprägt war. Auch solle die Flaggenrichtlinie einheitlicher und klarer sein. Im letzten Jahr waren Regenbogenflaggen erlaubt. Es gab aber Berichte, dass dem Publikum andere Flaggen wie die Nonbinary-Flagge von Security-Personal abgenommen wurde, was die EBU später bedauerte. Der spätere Gewinner-Act Nemo war beim Vorstellungs-Einzug aller Teilnehmenden in die Arena zum Beginn des Finales mit einer entsprechenden Fahne auf die Bühne gekommen. Auch der schweizerische Musikstar hatte später in einer Pressekonferenz erklärt, dass die EBU eigentlich die Flagge nicht in der Show sehen wollte und sie daher auf die Bühne "geschmuggelt" werden musste.
2023 hatte die EBU offenbar noch keine Probleme mit der Regenbogenfahne: Damals wählte sie den Italiener Marco Mengoni als Vorschaubild für die Flaggenparade aus – der Sänger hielt dabei in der einen Hand eine Fahne seines Heimatlandes und in der anderen eine Progress-Prideflagge.
Ein Jahr zuvor war die deutsche Band in einem Promo-Video mit der Progress-Regenbogenflagge gezeigt. Von Rechts gab es viel Kritik, dass die Musikgruppe nicht mit der deutschen Fahne aufgelaufen ist.
/ DavidEngels12Germany and its flag at the Eurovision. Why am I not surprised? pic.twitter.com/43L8kvZhJj
David Engels (@DavidEngels12) May 14, 2023
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Wie niederländische Medien berichten, bedauerte der Sender AVRATOS, dass "Symbole der Inklusivität und Meinungsfreiheit wie die Regenbogenfahne" nun untersagt seien. Die niederlädnische LGBTI-Organisation COC erklärte, das Verbot sei "vollkommen lächerlich". Sie rief AVRATOS auf, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen – der niederländische Sender lehnte dies aber ab.
Die EBU betonte laut den Berichten auch, dass der niederländische Kandidat Claude nicht die Fahne seines Herkunftslandes Kongo zeigen dürfe, in dem er bis zum Alter von neun Jahren gelebt hatte. Wolle er dies trotzdem tun, müsse er dies außerhalb der "offiziellen" ESC-Übertragung machen. Die aus Österreich stammenden deutschen Teilnehmenden Abor & Tynna dürfen demnach auch keine österreichische Fahne mit sich führen. Auch die Europafahne ist künftig tabu, ebenso wie Solidaritätsbekundungen mit der überfallenen Ukraine, die es in den letzten Jahren gab. (dk)














