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"Mein schwules Auge"
Ein Panorama schwuler Kunst und Erotik
Vom schwulen Jahrbuch "Mein schwules Auge" ist die 21. Ausgabe erschienen. Sie steht diesmal unter dem Motto "Love, not war".

Von Richard Kranzin stammt dieses Foto (Ausschnitt) aus dem Buch. Für die volle Größe bitte auf das Lupensymbol klicken
- 1. Mai 2025, 06:11h 3 Min.
Schwule Leidenschaft erscheint als kraftvolle und vielseitige Antwort auf eine konfliktreiche Welt – zärtlich, wild, rebellisch: Vom S&M-Gedicht "Please Master" des Hippie-Vordenkers Allen Ginsberg über Wolfgang Tillmans' Strandfotografien bis zu asiatischen Cowboys im Wilden Westen, verliebten Soldaten im Ersten Weltkrieg und dem wiederentdeckten Porno-Comic "Zeno" von Thor of Sweden. Der aktuelle Band vereint Essays, Gedichte, Kurzgeschichten sowie Fotografien, Grafiken und Gemälde internationaler Künstler und Autoren, die sich mit schwuler Erotik und Sexualität auseinandersetzen – explizit, ästhetisch, politisch, satirisch oder poetisch.
Das zweisprachige Jahrbuch "Mein schwules Auge/My Gay Eye" erscheint in seiner 21. Ausgabe unter dem Titel "Love, not war" (Amazon-Affiliate-Link ). Seit 2003 widmet sich diese Anthologie jährlich einem neuen Thema und präsentiert dabei vielfältige Perspektiven schwulen Lebens und schwuler Erotik – oft über den westlichen Mainstream hinaus. Über 500 Künstler und Autoren wurden bisher vorgestellt, ihre Werke reichen von sensiblen Fotografien bis zu gewagten Kunstformen.
Schwule Liebe als radikaler Akt

"Mein schwules Auge / My Gay Eye #21" ist im Konkursbuch Verlag erschienen
Mit "Love, not war" rücken die Herausgeber Rinaldo Hopf und Johnny Abbate sinnliche menschliche Verbindungen ins Zentrum. In einer polarisierten Welt, in der Konflikte oft den Alltag bestimmen, wird die Liebe als radikaler Akt inszeniert. Der Band thematisiert leidenschaftliche Begegnungen in Krisenzeiten, intime Solidarität und die transformative Kraft der Liebe. Auch Fragen nach der Aktualität von Militärfetischen und der Rolle von Erotik in aufgewühlten Zeiten werden aufgeworfen.
Die diesjährige Ausgabe umfasst Arbeiten von 70 internationalen Künstlern, darunter Yves De Brabander, Greif Lacic, Slava Mogutin, Rosa von Praunheim, Thor of Sweden, Wolfgang Tillmans und Miron Zownir. Literarische Beiträge stammen unter anderem von Allen Ginsberg, Walt Whitman, Jens Rosteck und Brane Mozetic. Auf rund 400 Seiten entfaltet sich ein reichhaltiges Panorama schwuler Kunst und Erotik.
Der Bildteil wird von Rinaldo Hopf kuratiert, während Johnny Abbate in diesem Jahr den Textteil gestaltet. Beide setzen eine langjährige Tradition fort, außergewöhnliche und kontroverse Werke zu präsentieren. Seit 2018 erscheint das Jahrbuch zweisprachig auf Deutsch und Englisch, was seine internationale Reichweite verstärkt hat.

"Franko Maria" (Bild: FrameChaser Photography)
Seit den frühen 1980er Jahren publiziert der Konkursbuch Verlag unter Claudia Gehrke die Kultreihe "Mein heimliches Auge". Die schwule Variante startete 2003 als eigenständige Anthologie und greift Themen von "Uncensored" bis "Sex Utopia" auf. Die Zusammenarbeit mit der Tom of Finland Foundation 2018 markierte einen besonderen Höhepunkt, der auch die historische Dimension schwuler Kunst betonte.
Die Anthologie legt besonderen Wert darauf, Werke zu fördern, die in traditionellen Medien oder Galerien keinen Raum finden. Das Spektrum reicht von den Holzschnitten Jürgen Wittdorfs bis zu zeitgenössischen Arbeiten internationaler Künstler wie Yu-liang Liu oder Felix d'Eon. Die künstlerischen Perspektiven spiegeln die Diversität schwuler Subkulturen und schaffen Raum für radikale und provokante Positionen. (dd/pm)
Rinaldo Hopf, Fedya Ili (Hrsg.): Mein schwules Auge / My Gay Eye: Love, not war. Das Jahrbuch der schwulen Erotik, Band 21. Paperback. 400 Seiten. Konkursbuch Verlag. Tübingen 2025. 24 €. ISBN: 978-3-88769-929-1.
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