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Grand-Prix-Sänger von 1998
Guildo Horn über ESC: "Das ist nicht mehr mein Wettbewerb"
- 6. Mai 2025, 09:16h 2 Min.

Guildo Horn sagt, er sei wohl zu alt für den Eurovision Song Contest (Bild: Olaf Kosinsky / wikipedia)
Guildo Horn, deutscher Grand-Prix-Teilnehmer vor 27 Jahren, kann mit dem heutigen Eurovision Song Contest wenig anfangen. "Das ist nicht mehr mein Wettbewerb", sagte der 62-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er werde "wohl zu alt". Vergangenes Jahr habe ihm "einfach nichts mehr richtig gefallen". "Die Künstler werden erschlagen von diesen Video-Walls. Sie selbst sind nur noch ein winziger Teil der Inszenierung."
Horn sagt über sich selbst, er sei "Purist". "Ich mag handgemachte Vintage-Musik mit guten Melodiebögen.» In diesem Jahr trete er am Abend des ESC-Finales am 17. Mai bei einem "Inklusiven Musikfestival" in Trier mit einer Behindertenband auf. "Das ist mir wichtig."
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Dem diesjährigen deutschen Beitrag "Baller" von Abor & Tynna wünsche er aber Erfolg, sagte Horn. "Die beiden Interpreten finde ich toll, die haben eine super Ausstrahlung und kommen großartig rüber. Musikalisch ist es überhaupt nicht meine Baustelle. Aber ich drücke ihnen die Daumen."
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Horn stammt aus Trier. Nach einem Pädagogik-Studium arbeitete er als Musiktherapeut. Er setzt sich seit Jahrzehnten für die Inklusion von Behinderten ein. 1998 erreichte er für Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) mit dem Lied "Guildo hat Euch lieb!" Platz sieben. Autor des Liedes war Stefan Raab, der sich zunächst hinter dem Pseudonym Alf Igel, eine offensichtliche Anspielung an ESC-Dauerkomponist Ralph Siegel.
Vor rund drei Jahrzehnten war auch der Sieg von Horn im ESC-Vorentscheid umstritten, da es sich bei dem Song nicht mehr wie in den Vorjahren um einen althergebrachten Schlager handelte, sondern um eine Parodie. Die "Bild"-Zeitung titelte etwa empört: "Darf dieser Mann für Deutschland singen?" Der Musiker lebt seit vielen Jahren im Bergischen, im Kölner Umland. (dpa/cw)














