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- 07. August 2006 1 Min.
Stockholm (queer.de) - Die schwedische Gesundheitsbehörde Socialstyrelsen erwägt eine Aufhebung des Anfang der 80er Jahren verhängten Blutspendeverbots für Schwule. Gesundheitsministerin Ylva Johansson hatte bereits zuvor gesagt, sie sei dagegen, homosexuelle Männer generell als Risikogruppe zu klassifizieren. Anders Tegnell von Socialstyrelsen erklärte nun gegenüber der Zeitung "Local", dass seine Behörde die gegenwärtigen Richtlinien überarbeite. Allerdings gebe es kein "Recht auf Blutspenden", so Tegnell. Hintergrund des Vorhabens ist eine Verknappung der Blutreserven. Auch in Deutschland dürfen Schwule kein Blut spenden, obgleich auch es auch hierzulande an Reserven fehlt. So berichtete das "Hamburger Abendblatt" erst vergangene Woche, dass ein Bauarbeiter nach einem Unfall fast gestorben sei, weil kein Spenderblut zur Verfügung gestanden hatte. (dk)
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Da die Institutionen, die die Blutspenden entgegennehmen auf die Selbstauskunft "Gehören Sie zu einer der HIV-Risikogruppen?" angewiesen sind, sollte man vielleicht präziser Nachfragen und den Begriff HIV-Risikogruppe zielgerechter definieren und erklären! Wenn der Datenschutz gewährleistet ist, sollten beim Blutspenden auch intimere Fragen zur Selbsteinschätzung möglich sein! Z.B. zur Zahl der Sexualpartner oder zum Risikokontakt. Ich jedenfalls glaube nicht, dass mit der obigen pauschalen Frage das Risiko einer HIV-positiven Blutspende signifikant gemindert werden kann und zu dem schließt es viele Menschen, die gerne helfen möchten, vom Blutspenden aus.
Hier ist das Robert-Koch-Institut dringend gefragt, eine Neubewertung der Risiken vorzunehmen.