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  • 07. August 2006 8 1 Min.

London (queer.de) - Ein Gericht in West-London hat einen 47-jährigen Mann in Abwesenheit zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, weil er seinen Partner mit HIV infiziert hatte, berichtet die BBC. Mark James aus West Sussex war bereits im April schuldig befunden worden, ist aber danach untergetaucht. Richter Jonathan Lowen sagte, James habe sich gefühllos verhalten und mit Lügen verschleiert, dass er HIV-positiv sei. Im Verfahren war herausgekommen, dass James bereits seit Monaten von seiner Infektion wusste, seinem Partner aber nichts davon sagte und mit ihm ungeschützten Sex hatte. Als ein Freund dem Partner von der HIV-Infektion berichtete, habe James alles abgestritten. Erst als der Partner ein positives Testergebnis bekommen hatte, ging er zur Polizei. "Ich wusste gleich, dass er mich angelogen hat", sagte er während des Verfahrens. "Er war die einzige Person, mit der ich geschlafen habe. Er ist also der einzige, der mich angesteckt haben kann." Anfang 2005 war in einem ähnlichen Fall ein Mann aus Frankfurt zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 saltgayAnonym
  • 07.08.2006, 18:34h
  • Das war wohl nicht etwa eine Meldung aus der "Blöd-Zeitung", oder?
    In dubio pro reo - ich denke 'mal, hier ist in der Übersetzung etwas schief gelaufen. Sonst müsste ich das so interpretieren, dass ein einvernehmlicher, gleichgeschlechtlicher und ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfand. Nur hat sich das Opfer wohl nicht die AGB (für Sauna-Zicken): "Allgemeine Geschäftsbedingungen", durchgelesen. Tja, da ist die rechtliche Lage etwas verworren. Schade, dass hier die Urteilsbegründung fehlt. Im Endeffekt kann sich die positive Schwuppe höchstens auf den § 242 BGB beziehen - und da wäre mir im Ernstfall ein Kondom sicherer.

    Aus dem Seminar für das BGB - unser Prof erzählte über einen Blechschaden, der bei einem Unfall im PKW mit einem Kollegen (Richter am Amtsgericht) an einer Kreuzung geschah. Der Schuldige, in diesem Falle Euer Ehren, verkündete am Unfallort, als er von der juristischen Vorbildung des Unfallgegners erfuhr: "Ich habe mein Leben dem § 242 geweiht!" Kommentar unseres Profs:" So fuhr er auch Auto." Der § 242 BGB - "Treu und Glauben" ist das letzte Mittel um sich juristisch versichern zu lassen, dass man eigentlich nicht ganz blöd ist, also Leser der o.a. Zeitung, sondern eher gern an die Musikalität eines Achim Stenzels in der Lübbenauer Gurkenschenke glaubt. Der Unterschied ist marginal - aber bei weitem nicht so politisch. Bei sachlicher Beurteilung sind diese Spezies Mensch, welche sich 'mal als Aktfmotiv haben ablichten lassen, bei Kerzenschein, weil das romantischer ist, und dabei einen Film mit 50 ASA in die Kamera eingelegt war , schlichten Gemütes. Der Volksmund nennt so etwas unterbelichtet - als Foto natürlich - oder nur einfältig.

    Deshalb denke ich, dass alle wütenden Kommentare über solch schändliches Tun, wie in der Meldung berichtet, in die Ecke christsozialen Bierzeltkrawalls gehören. Da empörte sich ein gewisser Franz-Josef-Strauß über die Sozis: "Lieber ein kalter Krieger - als ein warmer Bruder!"
    Wie steht die LSU übrigens dazu?
    Na ja, das mag ja nur bayrische Folklore sein - wie nett. Dann halten wir es doch lieber mit einem Fraktionskollegen - dem "Kopf ab Jäger!" Seines Zeichens ehemaliges CSU-Bundestagsmit"glied". Er forderte, neben der Wiedereinführung der Todesstrafe, in den 70er Jahren , das muss wohl ein ebensolch' heißer Sommer gewesen sein. ein Pornographie-Verbot. Dieser Antrag wurde von Herbert Wehner (SPD) im Bundestag mit dem Zwischenruf bedacht: "Glied ab!"

    Also bevor hier auf Republikaner-Niveau gestammtischt wird - auch in UK gibt es eine saure Gurkenzeit und das Ungeheuer vom "Loch ness" geht wegen des Privatfernsehens auf Tauchstation. Gruseliges gibt es jedoch genug. Stellt euch einmal eine Reklame für Lederklamotten mit den Katczynski-Brüdern als Models vor! Da nimmt selbst der Papst Boxunterricht.

    Groetjes van Stephan
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#2 hwAnonym
  • 07.08.2006, 20:31h
  • @ saltgay

    schön, nutzen wir das sommerloch, dass
    wehners 100 geburtstag vor kurzem, auch hier nicht spurlos vorübergeht. fischer war dagegen ein waisenknabe, herbert wehner (1906-1990) hält den rekord im deutschen bundestag. insgesamt bekam er 56 ordnungsrufe.

    " Mann, hampeln Sie doch nicht so herum. Sie sind doch Geschäftsführer und
    nicht Geschwätzführer." (Herbert Wehner)

    "Sie verwechseln wohl den Bundestag mit der Oktoberwies'n, Sie Flaschenkopf."
    (Zwischenruf während einer Rede)

    "Sie Übelkrähe!"
    (zum Abgeordneten Jürgen Wohlrabe, CDU)

    "Der mit den Ohren."
    (über Hans-Dietrich Genscher, FDP)

    "Das war schon Quatsch. Und das hier ist noch viel Quätscher."
    (zu einem Fernsehreporter)

    "Ich bin ein Beschnittener."
    (zu Friedrich Nowottny, nachdem in dessen "Bericht aus Bonn" ein Interview mit Herbert
    Wehner gekürzt worden war)

    "Ich war auf dem Klo."
    (auf die Frage, wo Wehner war, als das Ergebnis des Misstrauensvotums gegen Bundeskanzler Willy Brandt bekannt gegeben wurde)

    "Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen."
    (Wehner, als während seiner Rede ein paar CDU-Abgeordnete aus Protest den Saal verließen)

    "Ich weiß nichts und Sie wissen gar nichts!"
    (zu Ernst-Dieter Lueg, den Wehner gern als "Herrn Lüg" bezeichnete)

    "Terroristen, aus welchen Gründen auch immer, ob sie ihre Akte als rechts oder links bezeichnen. Sie sind immer Zutreiber und manchmal bewußte Zuhälter der Reaktion."

    Herbert, Wehner (1926):
    „Der Wähler legalisiert die Handlungen, die später gegen ihn unternommen werden.“


    "Es ist besser, als ein Wolf zu sterben, denn als ein Hund zu leben."


    "Aus Erfahrungen lernen und nicht verzweifeln; im Streit der Meinungen und Interessen nicht die Auffassungen annehmen und versteinern lassen, als seien die Irrtümer der einen Seite die Rechtfertigung der anderen."
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#3 ibuensnetAnonym
  • 07.08.2006, 22:59h
  • Der Wehner wird mir auf diese Weise durchaus sympathisch, posthum. Zur Sache sagen darf ich nichts, das würde und wurde immer gelöscht. Den Artikel gelesen habend, denke ich mir meinen Teil.
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