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Heimkino
Ein Netz aus Obsession, Begehren und Täuschung
"Lies – Lust und Lügen" zählt zu jenen Filmen, die sich nicht nur durch ihre provokante Thematik, sondern auch durch ihre stilistische Handschrift in das queere Kino der frühen 2000er Jahre eingeschrieben haben.

Das Liebesspiel zwischen dem 38-jährigen Bildhauer und der 18-jährigen Schülerin wird fordernder und tabuloser und nimmt schnell sadomasochistische Formen an (Bild: Busch Media Group)
- 18. Mai 2025, 05:42h 2 Min.
Ein 38-jähriger Bildhauer lässt sich auf eine verbotene, sexuelle Beziehung mit einer 18-jährigen Schülerin ein. Diese ist nach südkoreanischem Gesetz noch minderjährig. Doch ihr Sex ist für beide eine Offenbarung: Voller Wollust, Experimentierfreude und absoluter Hingabe. Immer fordernder und tabuloser wird ihr Liebesspiel, das schnell sadomasochistische Formen annimmt.
Mischung aus erotischem Drama, psychologischer Studie und Gesellschaftssatire

"Lies – Lust und Lügen" ist auf DVD, Blu-ray und limitiertes Mediabook erschienen
"Lies – Lust und Lügen" zählt zu jenen Filmen, die sich nicht nur durch ihre provokante Thematik, sondern auch durch ihre stilistische Handschrift in das queere Kino der frühen 2000er Jahre eingeschrieben haben. Jetzt liegt das Werk erstmals in aufwendig restaurierter Form auf DVD, Blu-ray und limitiertes Mediabook (Amazon-Affiliate-Link ) vor – eine Gelegenheit zur Wiederentdeckung und Neubewertung.
Regisseur Ken Russell, bekannt für seine ebenso exzentrischen wie kompromisslosen Arbeiten, legt mit diesem Film eine Mischung aus erotischem Drama, psychologischer Studie und Gesellschaftssatire vor. Erzählt wird die Geschichte dreier Frauen – einer Künstlerin, einer Journalistin und einer Therapeuten -, deren Leben sich auf schicksalhafte Weise kreuzen. Zwischen sexueller Befreiung, emotionalem Missbrauch und inszenierter Wahrheit entwickelt sich ein Netz aus Obsession, Begehren und Täuschung.
Formal bewegt sich der Film zwischen surrealem Theater und Fernsehsoap, zwischen grellem Camp und bitterem Ernst. Die Kamera beobachtet mit kalkulierter Künstlichkeit, die Dialoge changieren zwischen Pathos und Banalität. Gerade in dieser Überzeichnung entfaltet sich eine queere Ästhetik, die gängige Vorstellungen von Geschlechterrollen und emotionaler Intimität unterwandert. Die Sexualität der Figuren wird nicht moralisch bewertet, sondern als Ausdruck von Macht, Verletzlichkeit und Identitätsfindung verhandelt.
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"Lies – Lust und Lügen" bleibt ein herausfordernder Film, der durch seine Ambivalenzen ebenso irritiert wie fasziniert. In der restaurierten Fassung kommen visuelle Details und Farben intensiver zur Geltung, ohne den rauen, oft künstlich übersteigerten Look der Originalfassung zu glätten. Die Blu-ray-Edition öffnet damit nicht nur ein Fenster in die filmische Vergangenheit, sondern wirft zugleich ein Schlaglicht auf den queeren Diskurs seiner Zeit – zwischen Inszenierung, Wahrheit und der Lust an der Lüge. (dd/pm)
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