https://queer.de/?53659
NRW
CSD Mönchengladbach nach Nazi-Gegendemo-Aufruf: "Jetzt erst recht!"
Die CSD-Organisator*innen in Mönchengladbach wollen sich von einer rechtsextremen Gegenaktion nicht einschüchtern lassen.

Mit derartigen Aufrufen wollen Rechtsextreme Angst in der queeren Community schüren (Bild: Facebook / CSD Mönchengladbach)
- 20. Mai 2025, 13:27h 2 Min.
Der CSD Mönchengladbach zeigt sich unbeeindruckt davon, dass offenbar Rechtsextreme eine Aktion gegen die Veranstaltung planen. "Es wurde von Nazis zu einer Gegen-Demo aufgerufen, das zeigt einmal mehr, wie dringend notwendig der CSD immer noch ist. Unsere Antwort ist klar: Jetzt erst recht!", erklärte der CSD-Verein der 270.000 Einwohner*innen zählenden Ruhrgebietsmetropole am Montag auf Facebook. "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir stehen gemeinsam für Vielfalt, Respekt und Solidarität, ein Miteinander!" Der CSD soll dieses Jahr am 19. Juli stattfinden.
JETZT ERST RECHT – NIE WIEDER! Es wurde von Nazis zu einer Gegen-Demo aufgerufen, das zeigt einmal mehr, wie dringend...
Posted by CSD Mönchengladbach on Monday, May 19, 2025
|
Zuvor war ein Online-Flyer aufgetaucht, in dem zu einer Aktion gegen den CSD aufgerufen wird. "Kein Genderschwachsinn in unserer Stadt", heißt es dort etwa, oder auch: "Schützt Kinder vor sexualisierter Propaganda". Außerdem wird die "Regenbogenideologie" als "krank" bezeichnet.
Der CSD erfährt nach dem Aufruf viel Solidarität in sozialen Netzwerken. Der Mönchengladbacher Verband der Gewerkschaft IG Metall erklärte etwa auf Facebook, man unterstütze "den bunten Protest gegen die Neonazi-Menschenfeinde, die aus diesem Anlass provozieren wollen". Zudem wurde der Aufruf zur Teilnahme am CSD geteilt.
Wir sind solidarisch mit dem CSD Mönchengladbach und unterstützen den bunten Protest gegen die Neonazi-Menschenfeinde, die aus diesem Anlass provozieren wollen.
Posted by IG Metall Mönchengladbach on Monday, May 19, 2025
|
Zuletzt gab es vermehrt Übergriffe von Rechts bei CSDs. Das Bundesinnenministerium sprach daher letzten Herbst von einer "besorgniserregenden Entwicklung" (queer.de berichtete). Im nur 70 Kilometer von Möchengladbach entfernten Gelsenkirchen wurde erst letzte Woche der CSD wegen einer "abstrakten Bedrohungslage" abgesagt (queer.de berichtete). Der Hintergrund ist allerdings noch völlig unklar.
In dem am Dienstag vorgestellten Berliner Landesverfassungsbericht heißt es konkret, dass Rechtsextreme und auch salifistische Aktivisten mit ihren "elementaren Angriffen auf die Menschenwürde" eine Strategie durchführten, die "mit den Werten der freiheitlichen Demokratie nicht vereinbar" sei. (cw)















