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Aus Mangel an Beweisen
Mord an schwulem Mann in Spanien: Berufungsgericht spricht einen Verurteilten frei
Der Mord an dem schwulen Hilfspfleger Samuel Luiz erschütterte im Sommer 2021 Spanien. Vier Männer wurden deshalb zu langjährigen Haftstrafen verurteilt – einer kommt jetzt aber frei.

Samuel Luiz wurde 2021 zu Tode geprügelt – einer der Verurteilten kommt nun aber wieder frei (Bild: Archiv)
- 22. Mai 2025, 13:11h 2 Min.
Fast vier Jahre nach der Ermordung des schwulen Mannes Samuel Luiz in Spanien hat ein Berufungsgericht einen der vier Verurteilten freigesprochen. Das Oberste Gericht der Region Galizien im Nordwesten Spaniens hob am Donnerstag aus Mangel an Beweisen das Urteil gegen Alejandro M. auf, der in erster Instanz als Mittäter zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. "Kein Zeuge hat gesehen, wie er das Opfer schlug oder angriff, ihm Hilfe verweigerte oder an der Flucht hinderte", erklärte das Gericht.
M. war einst wegen Beihilfe verurteilt worden, weil er verhindert haben soll, dass das Opfer entkommen konnte und auch verhindert haben soll, dass Helfer*innen dem Schwerverletzten helfen konnten. Der Verurteilung stimmten aber beim Hauptprozess – anders als bei den anderen Verdächtigen – nur sieben der neuen Geschworenen zu. Laut dem Berufungsgericht habe es keine stichhaltigen Beweise gegeben, die diese Verurteilung rechtfertigten.
Urteile gegen drei weitere Männer bestätigt
Das Berufungsgericht bestätigte aber die Urteile gegen drei Männer, die im Januar als Haupttäter wegen Mordes schuldig gesprochen und zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Der Anführer des Angriffs auf den jungen Homosexuellen wurde zu 24 Jahren Haft verurteilt – seine Homophobie wertete das Gericht dabei als erschwerenden Umstand. Seine zwei Mitangeklagten müssen 20 Jahre in Haft (queer.de berichtete). .
Der 24-jährige Hilfspfleger Samuel Luiz war im Juli 2021 vor einem Nachtclub in der Stadt La Coruña in Galizien zu Tode geprügelt worden. Die Angreifer waren auf ihn losgegangen, weil einer von ihnen dachte, Luiz hätte ihn mit seinem Handy gefilmt. Der aus Brasilien stammende junge Mann konnte nicht mehr wiederbelebt werden und erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Hass auf Homosexuelle soll bei dem Mord eine Rolle gespielt haben (queer.de berichtete).
Die Tat hatte damals landesweit für Entsetzen gesorgt. In Madrid und vielen anderen Städten gingen tausende Menschen auf die Straße, um gegen Homophobie zu protestieren. Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die "brutale und rücksichtslose Tat". (AFP/dk)














