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Nordisches Modell wird erweitert

Schweden verbietet Online-Kauf von Live-Sex-Shows

Schweden zieht die Daumenschrauben gegen Sexarbeit weiter an: Künftig soll auch die Nutzung von OnlyFans und Co. in vielen Fällen verboten sein.


Schweden geht gegen OnlyFans vor (Bild: IMAGO / TT)

  • 22. Mai 2025, 13:39h 2 Min.

Der schwedische Reichstag hat am Dienstag ein neues Gesetz beschlossen, das den Kauf von sexuellen Handlungen in Echtzeit auch im Internet verbietet. Das schließt auch die Nutzung von erotischen Live-Shows auf Portalen wie OnlyFans ein. Das Gesetz soll am 1. Juli in Kraft treten.

Bislang existiert in Schweden mit dem sogenannten Nordischen Modell bereits ein Sexkaufverbot, das aber nicht Online-Dienste berücksichtigt, in denen sich Kund*innen sexuelle Dienstleistungen über Live-Videos kaufen. Die sozialdemokratische Abgeordnete Teresa Carvalho erklärte, es sei "höchste Zeit, die Gesetzgebung zu modernisieren und digitale Plattformen einzuschließen".

Bald noch mehr Verbote?

Unter dem neuen Gesetz wird es künftig illegal sein, jemanden online zu bezahlen, der anderswo sexuelle Akte durchführt, die etwa über einen Livestream angesehen werden können. Allerdings bleibt es weiter legal, bereits produzierte Videos mit sexuellem Inhalt zu erwerben. Andere Abgeordnete wollen sogar im Kampf gegen sexuelle Inhalte noch weiter gehen – und kämpfen für ein Totalverbot von Plattformen wie OnlyFans.

OnlyFans ist ein Webdienst zur kostenpflichtigen Bereitstellung von Fotos und Videos, wird jedoch hauptsächlich für pornografische Angebote genutzt. Webcam-Models schätzen dabei, dass sie sich direkt bei ihren Fans vermarkten können und nicht auf Produktionsunternehmen angewiesen sind. OnlyFans hat sehr viele queere Angebote. So zeigt sich etwa der offen schwule Olympia-Goldmedaillengewinner Matthew Mitcham von seiner intimen Seite – für zehn US-Dollar im Monat.

Auch in Deutschland gibt es Debatten, sexuelle Dienstleistungen mit dem Nordischen Modell in die Illegalität zu treiben. So sprach sich etwa letztes Jahr die Unionsfraktion im Bundestag für ein Sexkaufverbot ein. Viele Organisationen, darunter auch die queeren Verbände LSVD+, Bundesverband Trans* (BVT*) und das Projekt Trans*Sexworks, übten scharfe Kritik an der Forderung. Sie verwiesen etwa auf internationale Studien, die zeigten, dass Verbote Sexarbeit nicht reduzierten, sondern schlicht die Arbeitssituation von Sexarbeitenden verschlechterten. (dk)

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