https://queer.de/?53762
"Ich bin selbst Teil der Community"
Sophie Koch ist neue Queerbeauftragte der Bundesregierung
Bislang war unsicher, ob Schwarz-Rot den Posten des oder der Queerbeauftragten erneut besetzt. Jetzt ist klar: Eine queere Politikerin aus Sachsen mit SPD-Parteibuch wird den Posten übernehmen.

Die Sozialdemokratin Sophie Koch ist die zweite Queerbeauftragte der Bundesregierung (Bild: Instagram / Sophie Koch)
- 28. Mai 2025, 11:18h 3 Min.
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die 31-jährige SPD-Politikerin Sophie Koch zur zweiten Beauftragten der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt bestellt. Die sächsische Landtagsabgeordnete soll nach Angaben der Bundesregierung diese Aufgabe für die Dauer der Wahlperiode bis 2029 übernehmen. Angesiedelt ist die Stelle beim Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das von der CDU-Politikerin Karin Prien geleitet wird.
"Ich bin selbst Teil der Community und weiß aus meiner sächsischen Heimat, was es bedeutet, im ländlichen Raum Vielfalt zu leben", erklärte Koch gegenüber der dpa. Ihre Rolle verstehe sie in erster Linie als Anwältin queerer Menschen in ganz Deutschland. Sie wolle dabei auch ihre Drähte in die Zivilgesellschaft bemühen. "Deshalb will ich Menschen an einen Tisch holen und mit aller Kraft versuchen, Brücken für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu bauen."
Das Amt des bzw. der Queerbeauftragten war 2022 von der Ampel-Regierung ins Leben gerufen worden. Erster Queerbeauftragter war der Grünenpolitiker Sven Lehmann (queer.de berichtete). Der Kölner Politiker engagierte sich seither im Rahmen des Amtes für LGBTI-Rechte – und kritisierte dabei ab und zu sogar die eigene Bundesregierung (queer.de berichtete). Bis zuletzt wurde darüber spekuliert, ob die neue schwarz-rote Koalition diesen Posten beibehält oder wieder abschafft (queer.de berichtete).
Koch war Referentin für das Queere Netzwerk Sachsen
Koch war bereits während ihres Politologie-Studiums in Dresden bei den Jusos aktiv, als Vorsitzende zunächst in Dresden, dann in Sachsen. Von 2022 bis 2024 war sie auch Bildungsreferentin bei der Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen. Danach zog sie in den Sächsischen Landtag ein und ist seither queerpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
Der Bundesvorstand von SPDqueer begrüßte die Personalie: Wir freuen uns, dass zukünftig eine Sozialdemokratin dieses für die Community so wichtige Amt bekleiden wird und bieten der neuen Beauftragten eine enge und konstruktive Zusammenarbeit an", heißt es in einer Erklärung. "Die SPD im Allgemeinen und die SPDqueer im Speziellen haben sich in den vergangenen Monaten mit Nachdruck für den Erhalt des Amtes der Queerbeauftragten eingesetzt. Es ist ein wichtiges Signal, dass dieses Amt auch in der gemeinsamen Regierung mit CDU und CSU erhalten bleibt." Besonders in Zeiten zunehmender Anfeindungen und Hetze brauche es "eine kraftvolle Stimme in der Bundesregierung, die queerpolitische Anliegen konsequent vertritt und es schafft, Menschen an einen Tisch zu holen".
Auch ihr Amtsvorgänger Sven Lehmann, der jetzt Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien ist, zeigte sich voll des Lobes für Koch: "Sie ist eine versierte & leidenschaftliche Kämpferin für Gleichstellung & Vielfalt & wird der Bundesregierung sicherlich gut tun", erklärte Lehmann auf Bluesky. "Ich wünsche viel Erfolg in diesem wunderbaren Amt!" (dk)
Bluesky / Sven LehmannIch gratuliere @sophiekochj.bsky.social von Herzen zur Ernennung als neue Queer-Beauftragte der Bundesregierung! Sie ist eine versierte & leidenschaftliche Kämpferin für Gleichstellung & Vielfalt & wird der Bundesregierung sicherlich gut tun.Ich wünsche viel Erfolg in diesem wunderbaren Amt!
Sven Lehmann (@sven-lehmann.eu) 2025-05-28T10:50:10.402Z
|













