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Niedersachsen
Celle: "Unsere große Sorge ist, dass der CSD attackiert werden könnte"
In Niedersachsen kündigen sich Neonazis just an jenem Tag an, an dem auch der CSD Celle stattfindet. Nun gibt es Sorgen um die Sicherheit des queeren Events.

Neonazi-Demo in Dortmund: Dort in Celle die Eskalation? (Bild: IMAGO / Jochen Tack)
- 28. Mai 2025, 13:30h 2 Min.
Parallel zum Christopher Street Day in Celle am 14. Juni wollen sich offenbar Neonazis in der Region in Massen treffen. In rechtsextreme Onlineforen wird derzeit für einen "Besuch im Norden" geworben, bei dem auch Rechtsrock- und Kampfsportevents stattfinden sollen. Nun gibt es Befürchtungen, dass die Neonazis es auf Gewalt abgesehen haben könnten: "Unsere große Sorge ist, dass der CSD attackiert werden könnte", erklärte etwa der Celler DGB-Kreisverbandsvorsitzende Dirk Garvels gegenüber der "Celleschen Zeitung" (Bezahlartikel). Zu dem rechtsextremen Treffen haben sich mehrere bekannte Projekte und Initiativen aus dem rechtsextremen Milieu angekündigt – etwa der Online-Versand "European Brotherhood" oder die Kampfsportinitiative "Kampf der Nibelungen".
Unklar ist, wo das Treffen stattfinden wird. Ein bekannter Treffpunkt der Szene ist der "Heimathof" im 20 Kilometer von Celle entfernten Eschede, der zunehmend zu einem Veranstaltungsort für Neonazis wird. Der Hof gehörte einst einem rechtsextremen Landwirt und wurde 2019 an die Partei NPD (heute: "Die Heimat") verkauft. Hier veranstaltete die Jugendorganisation der "Heimat" etwa letztes Jahr ihren Europakongress mit Teilnehmenden aus mehreren Ländern, darunter Spanien, Frankreich und Ungarn. Erst vor einem Monat durchsuchte die Polizei den Hof, nachdem RTL darüber berichtet hatte – und dabei einen 18-Jährigen aus dem Hof mit einer Schusswaffe zeigte. Die Beamt*innen stellten die Waffe schließlich sicher.
Laut dem Netzwerk "Recherche Nord" sei aber nicht sicher, dass das Treffen in Eschede stattfinden werde. Grund ist, dass ein Gericht dem Netzwerk erlaubt hat, eine geplante Kampfsportveranstaltung mit Hebebühne und Drohnen zu filmen. Damit verlieren die Neonazis die Möglichkeit auf Anonymität.
"Don't hide your pride!"
Der CSD in Celle steht dieses Jahr unter dem Motto: "Don't hide your pride!- Vielfalt ist unser Weg!" Erstmals wurde er im vergangenen Jahr veranstaltet. Am Demozug nahmen damals laut der "Celler Presse" etwa 600 Menschen teil.
Derzeit gibt es in Deutschland vermehrt rechtsextreme Übergriffe auf Prides. Laut einer Analyse des Autor*innenkollektivs Feministische Intervention (AK Fe.In) würden nur noch 60 Prozent der CSDs störungsfrei ablaufen (queer.de berichtete). Die Bandbreite an Störungen, Anfeindungen und Angriffen seien dabei recht weit gefächert: von körperlichen Angriffen gegen Einzelpersonen bis zu neonazistischen Mobs, die durch die Straßen ziehen, um CSD-Teilnehmende einzuschüchtern und zu bedrohen. Zuletzt meldeten Neonazis im baden-württembergischen Pforzheim eine Demo gegen den CSD an (queer.de berichtete). (dk)















