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Pride-Rückblick
CSD-Wochenende: Neonazis in Dresden, Unwetter in Wiesbaden
In mehreren Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gingen queere Menschen am Samstag auf die Straße. In Dresden scheiterte ein Störversuch von 150 Rechtsextremen, in Wiesbaden musste das Festival unterbrochen werden.

Dresden am Samstag: Eine linke Gegendemo, zu der u.a. Queer Pride Dresden augerufen hatte, begrüßte die Neonazis mit Pyrotechnik (Bild: Queer Pride Dresden)
- 1. Juni 2025, 10:42h 3 Min.
Über 10.000 Menschen nahmen am Samstag an der CSD-Demonstration in Dresden teil. Die Parade verlief ohne Zwischenfälle. Zeitgleich demonstrierten jedoch rund 150 Neonazis gegen die queere Veranstaltung.
Der Protestmarsch der sogenannten Elblandrevolte, die zur Jugendorganisation JN der Partei Heimat (früher NPD) zählt, wurde von der Polizei mehrfach gestoppt, da Straftaten festgestellt wurden. Fünf Demo-Teilnehmer hätten sichtbar Gürtelschnallen mit verbotenen Runen getragen. Unter ihnen seien Kinder gewesen, so die Polizei weiter. Eine weitere Person habe mit einem Megafon verbotene Parolen skandiert. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein.
Gestört wurde der Neonazi-Aufmarsch zudem von linken Gegendemonstrant*innen mit einer Spontanblockade und Pyrotechnik. Bis zu 150 Personen folgten einem Aufruf der Gruppe Queer Pride Dresden und weiterer Initiativen, sich gemeinsam dem Versuch der rechten Raumnahme entgegenzustellen. Die Polizei hielt die beiden Protestzüge auf Abstand. "Dank unserer antifaschistisch-queeren Zusammenarbeit startet der Pride-Monat in Dresden mit einem selbstbewussten Signal. Durch unsere Anti-Nazi-Demo war eine sichere Anreise und ein herzlicher Empfang für alle queeren Menschen möglich", bilanzierte Queer Pride Dresden in einer Pressemitteilung.
Gegenproteste auch in Klagenfurt
Zu Gegenprotesten kam es Samstag auch bei der Regenbogenparade in Klagenfurt. LGBTI-Gegner zündeten Rauchfackeln an und ließen ein queerfeindliches Transparent vom Dach eines Hauses herunter. Die Polizei ging jedoch rasch dazwischen.
Unwetter in Wiesbaden
Mit anderen Problemen hatte der CSD am Samstag in Wiesbaden zu kämpfen. Wegen eines Gewitters mit Starkregen musste das Pride-Festival in der Nähe des Hauptbahnhofs am späten Nachmittag kurzzeitig unterbrochen werden. An der Demonstration durch die Innenstadt hatten sich zuvor mehrere tausend Menschen beteiligt.
Kraftklub beim CSD Rheinsberg
Ein großer Erfolg mit rund 1.300 Teilnehmer*innen war der zweite CSD in Rheinsberg. Selten war die Innenstadt so voll. Bei dem Fest trat u.a. die Band Kraftklub aus Chemnitz auf. Mit Blick auf das kommende Jahr kündigten die Veranstalter*innen an: "Nächstes Jahr definitiv wieder."
Zwei Pride-Premieren
Eine CSD-Premiere gab es am Samstag in Zeutern: Beim "Dorfpride" zogen rund 1.000 Menschen mit Regenbogenfahnen durch den Ortsteil der Gemeinde Ubstadt-Weiher in Baden-Württemberg. Einen ersten Pride gab es auch im österreichischen Deutschlandsberg, wo die Demonstration zum Rathaus von einem bunten Tuk-Tuk angeführt wurde. In der Schweizer Stadt Bern beteiligten sich etwa 1.000 Menschen an einem "antikapitalistischen Christopher Street Day".
Weitere CSD-Demonstrationen gab es am Samstag in Mistelbach, Osnabrück, Rosenheim und Witzenhausen. Am heutigen Sonntag gibt es Pride-Paraden in Friedrichshafen und Leverkusen. (mize)
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