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- 2. Juni 2025, 04:44h 1 Min.

Joachim Müller im Jahr 1984 (Bild: Frank Roland-Beeneken / Siegessäule / Archiv des Schwulen Museums)
In der Kapelle des Alten St.-Matthäus-Kirchhofs in Berlin-Schöneberg findet am 11. Juni 2025 um 12 Uhr die Trauerfeier für den Historiker Joachim Müller statt. Der schwule Aktivist war am 13. April im Alter von 87 Jahren gestorben.
Müller hat über viele Jahre lang die verschwiegene Geschichte homosexueller Männer in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern erforscht. Er initiierte eine der ersten Gedenkveranstaltungen für schwule Häftlinge in der Gedenkstätte Sachsenhausen und war von 1993 bis 2001 Mitglied im Internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Im Schwulen Museum arbeitete er zusammen Andreas Sternweiler an der wegweisenden Ausstellung "Verfolgung homosexueller Männer in Berlin 1933-1945" mit, die 2000 eröffnete.
Seine Recherchen betrieb er laut Sternweiler voller Leidenschaft – auch weil er selbst betroffen war: Als junger Mann wurde Müller nach Paragraf 175 verurteilt. Der Historiker wurde 1938 im ostdeutschen Bitterfeld geboren, 1959 zog er nach West-Berlin.
Für seine Verdienste erhielt Joachim Müller im Jahr 2000 den Magnus-Hirschfeld-Preis. Im April 2013 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland geehrt (queer.de berichtete). (mize)














