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Aktivist*innen schlagen Alarm

"Beunruhigender Rückschritt": Berlin will offenbar LGBTI-Themen aus Bildungsprogramm streichen

Queere Aktivist*innen in der Bundeshauptstadt sind besorgt: Der neue Kita-Leitfaden der schwarz-roten Stadtregierung soll queere Themen deutlich weniger oder gar nicht mehr berücksichtigen.


Will die Berliner Regierung wirklich den Kampf gegen Queer­feindlichkeit in Kitas einstellen? (Bild: IMAGO / Zoonar)

  • 5. Juni 2025, 15:41h 2 Min.

Der LSVD+-Landesverband Berlin-Brandenburg zeigt sich besorgt über Hinweise, dass queere Perspektiven im Zuge der laufenden Überarbeitung des Berliner Bildungsprogramms (BBP) für Kitas und Kindertagespflege künftig deutlich weniger oder gar nicht mehr berücksichtigt werden könnten. Laut Informationen des Verbandes seien zentrale Fachstellen aus dem Bereich Antidiskriminierung und queere Bildung bislang nicht systematisch in das aktuelle Praxisbeteiligungsverfahren einbezogen. Auch im bisher bekannten Entwurfsstand finden sich offenbar keine konkreten Aussagen zur Vielfalt geschlechtlicher Identitäten oder zur Lebensrealität von Regenbogenfamilien. Damit würden bestehende pädagogische Standards und gesetzliche Vorgaben wie das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz unterlaufen.

"Wir erleben aktuell einen beunruhigenden Rückschritt. Wenn queere Lebensrealitäten aus dem Bildungsplan verschwinden, gefährdet das nicht nur die Qualität frühkindlicher Bildung, sondern auch das Recht aller Kinder, sich anerkannt und sicher zu fühlen", erklärte LSVD+-Landesgeschäftsführer Florian Winkler-Schwarz. "Die Senatsverwaltung muss queere Perspektiven verbindlich im Bildungsplan verankern und queere Fachorganisationen jetzt in die weitere Überarbeitung einbeziehen."

"Klare Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Bildungsplan"

Der bisherige Berliner Bildungsplan von 2014 sei in dieser Hinsicht deutlich weiter gewesen. Er benennt ausdrücklich die Unterstützung von Kindern in ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identitätsentwicklung, macht Vielfalt von Familienformen sichtbar und fordert pädagogisches Handeln gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. "Wer diese Standards jetzt streicht oder verwässert, handelt pädagogisch rückwärtsgewandt und politisch gefährlich", so Winkler-Schwarz. "Der neue Entwurf ist in seiner aktuellen Fassung nicht nur unvollständig – er stellt eine klare Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Bildungsplan dar."

Der queere Verband appelliert daher an die Verantwortlichen, die Charta der Vielfalt ernst zu nehmen und den Anspruch auf chancengerechte Bildung für alle Kinder umzusetzen. Pädagogische Qualität und Bildungsfairness ließen sich nur verwirklichen, wenn alle Kinder sich und ihre Familien im Bildungssystem wiederfinden.

Zuletzt geriet Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) in die Kritik, weil sie sich nicht zu einem Fall von Mobbing gegen einen schwulen Lehrer äußern wollte (queer.de berichtete). (pm/cw)

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