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Gastbeitrag

Wo ist der Regenbogen geblieben?

Solidarität, die nur bei gutem Wetter gilt, ist keine. Wer sich im Pride Month zurückzieht, weil Kritik kommen könnte oder weil man Angst vor Gegenwind hat, hat nie wirklich verstanden, worum es geht.


Symbolbild (Bild: Stuart Bruce Cameron)
  • Von Stuart Bruce Cameron
    12. Juni 2025, 05:07h 3 Min.

Wer mich kennt, weiß: Ich war nie ein großer Fan davon, wenn Unternehmen im Juni ihr Logo einfärben oder eine Regenbogenflagge hissen. Zu oft war es nur Show. Zu oft fehlte der Inhalt. Und zu oft habe ich gemerkt: Das bunte Logo war da, aber der Rückhalt fehlte.

Aber dieses Jahr ist anders! Denn dieses Jahr vermisse ich den Regenbogen. Nicht, weil ich ihn als Deko brauche. Sondern weil es ihn gerade bräuchte als Zeichen, als Haltung, als Schutz.

Sichtbarkeit, die nichts kostet, ist keine Haltung

Früher war es einfach, sich mit uns zu zeigen. Als Pride noch Trend war. Als man gefeiert wurde, wenn man progressiv wirkte. Als Regenbogen Reichweite brachte. Aber jetzt wo der Gegenwind stärker wird, wo queere Menschen wieder Zielscheibe sind, wo Transfeindlichkeit salonfähig wird und rechte Ideologien wieder Stimmen holen … jetzt wird es still.

Und das ist das Problem. Denn Solidarität, die nur bei gutem Wetter gilt, ist keine. Wer sich im Pride Month zurückzieht, weil Kritik kommen könnte oder weil man Angst vor Gegenwind hat, hat nie wirklich verstanden, worum es geht. Sichtbarkeit, die nur dann existiert, wenn sie nichts kostet, ist keine Haltung, sondern Imagepflege.

Gerade jetzt braucht es Rückgrat

Ich habe in den letzten Jahren viele Unternehmen erlebt, die groß auf Diversity setzen, solange es nicht unbequem wird. Die sagen: Wir wollen niemanden ausschließen und dabei genau das tun. Die sagen: Wir müssen vorsichtig sein und dabei die queeren Menschen im eigenen Unternehmen unsichtbar machen.

Ich verstehe, dass es schwieriger geworden ist. Ich verstehe, dass der Ton rauer geworden ist. Aber genau deshalb braucht es jetzt Rückgrat. Gerade jetzt. Nicht nur für die Community. Sondern für eure eigene Glaubwürdigkeit.

Wenn ihr als Unternehmen für Vielfalt steht, dann zeigt es

Denn die queere Community hat nicht den Luxus, sich zurückzuziehen. Sie ist sichtbar, ob sie will oder nicht. Sie wird angegriffen, ob sie bereit ist oder nicht. Und sie braucht Menschen, die mit ihr stehen. Vor allem wenn es unbequem wird.

Deshalb: Wenn ihr als Unternehmen für Vielfalt steht, dann zeigt es. Jetzt. Nicht leise, nicht halbherzig. Zeigt, dass ihr euch nicht versteckt. Dass ihr verstanden habt, dass Sichtbarkeit manchmal alles ist. Und dass es in diesem Jahr nicht um Image geht, sondern um Haltung.

Ich verspreche euch: Ihr werdet gesehen. Und ihr werdet gebraucht. Gerade jetzt.

Euer Stuart
CEO UHLALA Group

PS: Und ein großes Dankeschön an alle Unternehmen und Organisationen, die nächste Woche Flagge zeigen auf der STICKS & STONES in Berlin! Ich weiß, dass es für einige von euch dieses Jahr schwieriger war, teilzunehmen. Danke!

-w-