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- 14. August 2006 2 Min.
"Schwul vor Gottes Angesicht" wird am Dienstag um 22:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.
Von Carsten Weidemann
Homosexuelle dürfen nach einer offiziellen Instruktion des Vatikans nicht Priester werden. "Die spezifische Neigung der homosexuellen Person ist zwar in sich nicht sündhaft, begründet aber eine mehr oder weniger starke Tendenz, die auf ein sittlich betrachtet schlechtes Verhalten ausgerichtet ist." So formulierte Kardinal Ratzinger als oberster Glaubenshüter schon 1986 und unterzeichnete am 31. August 2005 erneut, nunmehr als Papst, ein entsprechendes Dokument.
Die Realität sieht allerdings anders aus: Nach seriösen Schätzungen sind mindestens 20 Prozent aller katholischen Priester homosexuell - und die Kirche duldet dies stillschweigend, solange sie sich nicht outen.
Um diese katholischen Priester geht es am Dienstag in der Dokumentation "Schwul vor Gottes Angesicht", die das ZDF in seiner Reihe "37 Grad" ausstrahlt. Am Beispiel dreier katholischer Seelsorger zeigt Autor Peter Schmidt, wie die Betroffenen mit der ambivalenten Haltung der Kirche umgehen: eines 52-jährigen deutschen Pfarrers, der sich von seiner eigenen Kirche zu einem Doppelleben verurteilt sieht und nur anonym vor die Kamera tritt; eines Dominikanerpaters, der sich im Schutz seines Ordens offen zu seiner Homosexualität bekennen kann, und eines Schweizer Diakons, der sich vor zehn Jahren vor versammelter Gemeinde als Schwuler outete. Allen dreien gemeinsam ist: Sie lieben ihren Beruf, sie achten die theologische Sachkompetenz ihres Oberhirten in Rom, haben sich ihrem Glauben verschrieben und als Seelsorger hohe Achtung erworben. Ihr einziges Manko aus römischer Sicht: Sie sind schwul.
37 Grad: "Schwul in Gottes Angesicht" -Dienstag, 15. August, 22:15 Uhr, ZDF (Wiederholungen: 16. August, 4:35 Uhr im ZDF, 24. August, 18 Uhr bei 3Sat)
14. August 2006
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Na, das würde mich aber mal interessieren, von wem diese "seriösen" Schätzungen kommen. Vermutlich von denen, die den Anteil von Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung auf 2% schätzen...
Ganz grundsätzlich sollte man bei all solchen "Schätzungen" auch folgendes berücksichtigen: Etwas sein, heißt in einer Gesellschaft mit Unterdrückungsstrukturen noch lange nicht, dieses Etwas auch zu leben...