Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?53980

Sachbuch

Der Tango Argentino ist ein Ruf nach Freiheit

Mit "Der Klang meiner Erde" haben die beiden Tangotänzer*innen Nicole Nau und Luis Pereyra ein sehr lesens- und sehenswertes Buch zum Ursprung des Tango Argentino veröffentlicht.


Nicole Nau und Luis Pereyra betreiben eine eigene Tanzkompanie und bilden Tänzer*innen im Tango Argentino und in der argentinischen Folklore aus
  • 18. Juni 2025, 08:26h 3 Min.

Die Tangotänzer*innen Nicole Nau und Luis Pereyra haben ein erzählendes, bebildertes Sachbuch zum Ursprung des Tango Argentino veröffentlicht. "Der Klang meiner Erde. Von der wahren Geschichte eines Tanzes, der die Welt berührt" erscheint im Berliner Verlag PalmArtPress. Mit dem Buch möchten Nau und Pereyra verbreiteten Mythen über den Tango Argentino entgegentreten. Viele der populären Bilder, die mit diesem Tanzstil assoziiert werden, stammen eher aus dem Bereich filmischer Fiktion als aus historischen Quellen.

Der Tango Argentino, so betonen die Autor*innen, ist keine Erzählung von vergänglicher Liebe in düsteren Bars oder verrufenen Hafenvierteln. Vielmehr ist er Ausdruck argentinischer Folklore – entstanden aus dem Ruf eines Volkes nach Freiheit. In Musik und Bewegung verdichtet sich die Geschichte des Landes.

Vom Kampftanz zum Paartanz


"Der Klang meiner Erde" ist als gebundene Ausgabe erschienen

Nachweislich begann die Geschichte des Tango Argentino vor rund 150 Jahren. Ursprünglich als Kampftanz konzipiert, entwickelte er sich mit der Zeit zu einem Paartanz. Geblieben sind ihm die charakteristischen Rhythmen, eine kraftvolle Ausdrucksform und die Hoffnung, die ihn seit jeher durchzieht. Seine Wurzeln reichen tief in die kulturelle Vielfalt Argentiniens – zur Poesie der indigenen Bevölkerung, der Nachfahr*­innen afrikanischer Versklavter, der Gauchos und Kreolen.

"Der Klang meiner Erde" (Amazon-Affiliate-Link ) versteht sich als kulturelles Zeitdokument. Es verbindet Musik, Tanz und Sprache zu einem Gesamtbild der argentinischen Identität. Argentinien zählt zu den wenigen Ländern, in denen afrikanische und europäische Einflüsse mit der vorkolumbianischen Kultur auf diese Weise verwoben wurden. Luis Pereyra, Enkel einer Indigenen, nutzt das Buch, um dieser kulturellen Durchdringung Ausdruck zu verleihen. Für Nicole Nau ist es ein Versuch, ihrer Tanzkunst eine literarische Perspektive hinzuzufügen. Gemeinsam widmen sie sich einer Interpretation des Tango Argentino, die stark auf Herkunft und Authentizität fokussiert ist.

Nicole Nau stammt aus Düsseldorf, studierte Grafikdesign und ließ sich in Argentinien zur Tänzerin ausbilden. Nach ersten Engagements in Kanada und Argentinien – unter anderem am Opernhaus Teatro Colón in Buenos Aires – tanzt sie seit 2001 mit ihrem Ehemann Luis Pereyra. Das Paar betreibt eine eigene Tanzkompanie und bildet Tänzer*­innen im Tango Argentino und in der argentinischen Folklore aus. 2006 übernahmen sie die künstlerische Leitung des Café de los Angelitos und des Viejo Almacén in Buenos Aires. Ihre Produktion "VIDA!" wurde international gezeigt, unter anderem in Paris, Den Haag, Berlin, Luzern und Buenos Aires, und mit Standing Ovations bedacht. Die argentinische Post widmete Nau zwei Briefmarken. 2013 erschien ihr Buch "Tanze Tango mit dem Leben" im Bastei Lübbe Verlag.

Direktlink | Tourtailer für Nicole Naus und Luis Pereyras "VIDA! Siga el baile"
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Luis Pereyra wurde 1965 in Santiago del Estero geboren. Bereits 1969 begann er seine Tanzausbildung in Buenos Aires an der Escuela Nacional de Danzas, später folgte ein Choreografiestudium am Teatro Colón. Dank seines Mentors Héctor Zaraspe erhielt er Einblicke in die Arbeit der Juilliard School in New York. Seit 1975 ist er professionell aktiv, unter anderem in den Kompanien Ballet Mario Machaco, Ballet Salta und Santiago Ayala "El Chúcaro". Zwischen 1987 und 2000 war er Solotänzer und Choreograf der Produktion "Tango Argentino", die 2000 mit dem Tony Award für die beste Choreografie ausgezeichnet wurde. Er trat in den USA mit Al Pacino, Robin Williams und Peter Coyote auf und tanzte für Lady Diana und Prince Charles. Die Los Angeles Times bezeichnete ihn als "Fred Astaire Argentiniens". In Buenos Aires leitete er mehrere Tangotheater künstlerisch. Für sein Schaffen wurde er 2012 und 2016 mit dem argentinischen Kulturstaatspreis geehrt. Eine eigene Tanzkompanie gründete er bereits 1987. (dd/pm)

Infos zum Buch

Nicole Nau und Luis Pereyra: Der Klang meiner Erde. Von der wahren Geschichte eines Tanzes, der die Welt berührt. Sachbuch. 300 Seiten. PalmArtPress. Berlin 2025. Gebundene Ausgabe: 35,00 € (ISBN 978-3-96-258-211-1).

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.

-w-