Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?54053

Schirdewan besuchte inhaftierte Person

"Unhaltbare Haftbedingungen": Maja T. von "Kakerlaken und Bettwanzen" umgeben

Der Chef der Linksfraktion appelliert nach einem Besuch von Maja T. im Budapester Gefängnis an die Bundesregierung, endlich zu handeln.


Martin Schirdewan besuchte Maja T. am Freitag – und zeigte sich entsetzt über die Haftbedingungen (Bild: GUE/NGL / wikipedia)

  • 23. Juni 2025, 16:35h 2 Min.

Martin Schirdewan, der Chef der Linksfraktion im Europäischen Parlament, hat nach einem Besuch der in Ungarn inhaftierten nichtbinären Person Maja T. die Haftbedingungen kritisiert und die Bundesregierung aufgefordert, wieder nach Deutschland rückzuüberstellen. T. befindet sich seit fast drei Wochen im Hungerstreik (queer.de berichtete).

"Während meines einstündigen Besuchs in der Untersuchungshaft hat Maja eindrücklich von den unhaltbaren Haftbedingungen berichtet: fortgesetzte Isolation und Ungeziefer wie Kakerlaken und Bettwanzen in der Zelle. Das ist völlig inakzeptabel in einem EU-Mitgliedsstaat", so Schirdewan am Montag. "Nach 19 Tagen Hungerstreik ist unübersehbar, wie sehr die Situation an Majas körperlicher Verfassung zehrt. Trotz erkennbaren Gewichtsverlusts, Schwindel, Kopfschmerzen ist Maja im Gespräch unverändert klar und standhaft. Wer Maja zuhört, spürt den festen Willen für Gerechtigkeit, selbst unter diesen schrecklichen Bedingungen in Ungarn."

T. wird von ungarischen Justiz vorgeworfen, im Februar 2023 in Budapest an Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextreme beteiligt gewesen zu sein. Im Dezember 2023 war Maja T. in Berlin verhaftet und im Juni 2024 nach Ungarn ausgeliefert worden – obwohl das Bundesverfassungsgericht dies untersagt hatte. Doch die Behörden warteten nicht auf die Eilentscheidung aus Karlsruhe (queer.de berichtete). Majas Anwalt hatte mehrfach die Befürchtung geäußert, dass im notorisch queerfeindlichen Ungarn kein faires Verfahren für eine nichtbinäre Person zu erwarten sei. Maja drohen bis zu 24 Jahren Haft.

"Es ist höchste Zeit"

Nun fordert Schirdewan die deutsche Regierung auf, endlich zu handeln: "Die Bundesregierung darf nicht länger abwarten. Maja muss sofort nach Deutschland rücküberstellt werden. Es ist höchste Zeit, dass dazu direkte Gespräche zwischen der Bundesregierung und der Regierung Orbán geführt werden", so Schirdewan. Bereits zuvor hatten die Grünen ebenfalls die Überstellung von T. nach Deutschland gefordert (queer.de berichtete). (cw)

-w-