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"Sicher ein starkes Zeichen"
LSU wünscht sich CSD-Teilnahme von Friedrich Merz
LSU-Chef Sönke Siegmann glaubt, dass Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz eine Einladung zum CSD annehmen würde. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner sollte beim Pride in Berlin auf dem LSU-Truck mitfahren.

Nach einem Gläschen Prosecco wird er vielleicht ein wenig lockerer: Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Regierungsbank im Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek)
- 27. Juni 2025, 07:57h 3 Min.
Der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Sönke Siegmann, würde sich über eine CSD-Teilnahme von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz freuen. "Friedrich Merz' Teilnahme an einem CSD wäre sicher ein starkes Zeichen", sagte Siegmann in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Stern". "Vielleicht hat ihn noch niemand eingeladen. Ich glaube, er würde das machen."
Gleichzeitig beklagte sich der LSU-Vorsitzende, dass die oft queerfeindliche Politik der Union bei Pride-Veranstaltungen auf Widerstand stößt. "Zur Wahrheit gehört aber auch: Meine Partei wird auf diesen Veranstaltungen gern bewusst ausgeladen oder ausgebuht. Wir taugen offenbar als perfektes Feindbild", sagte Siegmann. "Ich kenne das von eigenen Auftritten. Ich spreche dann einfach weiter, bis die Leute mir irgendwann vielleicht wieder zuhören."
LSU-Chef: "Friedrich Merz ist kein Queerfeind"
Merz hatte in der Vergangenheit die Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren vehement bekämpft und Homosexualität in Verbindung mit Pädophilie gebracht. In den letzten Jahren war er um ein etwas softeres Image bei queeren Fragen bemüht. "Ich kann ihnen eines sicher sagen: Friedrich Merz ist kein Queerfeind", meinte Siegmann im "Stern"-Interview. Der heutige Bundeskanzler habe dazugelernt. "Er meint das ernst, das weiß ich aus den persönlichen Gesprächen mit ihm." Erst im Februar meinte Merz allerdings im Kanzlerduell, dass er die transfeindliche Haltung von US-Präsident Donald Trump nachvollziehen könne (queer.de berichtete).

LSU-Chef Sönke Siegmann (Bild: LSU)
Kritik an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner
Eine direkte Einladung der LSU zum Berliner CSD erhielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die nach dem CSD-Verbot für die queere Gruppe der Parlamentsverwaltung in der Kritik steht. "Ich habe René Powilleit, den Berliner LSU-Vorsitzenden, gebeten, Julia Klöckner zum diesjährigen CSD am 26. Juli auf den LSU-Wagen einzuladen", sagte Siegmann. "Dann kann sie privat, ganz neutral ohne Hoheitsabzeichen auf dem Wagen mitfahren und sich selbst ein Bild machen. Es wäre – gerade nach den jüngsten Irritationen – ein starkes Signal, wenn Julia Klöckner das machen würde. Toleranz ist schließlich keine Einbahnstraße."
Das CSD-Verbot für das Regenbogennetzwerk des Bundestags nannte der LSU-Vorsitzende ein "verheerendes Signal". Er könne Klöckners Argument der "politischen Neutralität" verstehen, aber nicht nachvollziehen. "Ich hätte mir zumindest eine viel bessere Kommunikation gewünscht", meinte Siegmann. "Jetzt wirkt es, als würde das Parlament der Community den Rücken zudrehen. Es ist vielleicht kein gewollter Rückschritt, aber ein gefühlter. Die Entscheidung wirkt, als rücke der Bundestag von den Errungenschaften für Schwule und Lesben ab. Dafür steht Julia Klöckner zu Recht unter Beschuss." (mize)














