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Kulturkampf
Bildungsministerium verhängt Genderverbot
Bildungsministerin Karin Prien versucht sich als Kulturkämpferin: Bestimmte geschlechtergerechte Sprachformen sollen deshalb ab sofort in ihrem Ministerium verboten sein.

Kaum ist Karin Prien Ministerin, wird sie zur Kulturkämpferin (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
- 30. Juni 2025, 11:46h 2 Min.
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat seinen Beamt*innen untersagt, in seiner internen und externen Kommunikation die sogenannte Gendersprache zu verwenden.
Zwar sei es Aufgabe des Ministeriums, "auch für all jene Politik zu machen, die zu oft und wieder zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden", sagte Ministerin Karin Prien (CDU) laut "Bild" in einer internen Personalversammlung. Allerdings wolle sie das "nicht als Aktivistin machen, sondern aus der Sache heraus für das Recht jeder einzelnen Person". Daher würden in der Hausordnung Beamt*innen "ganz klar" angewiesen, "dass aus unserem Haus nach den Regeln des Rechtschreibrates kommuniziert wird und wir inklusiv schreiben, aber eben ohne Sternchen und Binnen-I".
Prien fordert auch Verbot an Schulen
Prien hatte sich bereits zuvor mehrfach gegen geschlechtergerechte Sprache ausgesprochen. Erst letzten Monat erklärte sie etwa, sie sei dagegen, Gendersternchen an Schulen zu verwenden (queer.de berichtete). "Geschlechtersensible Sprache ist wichtig, aber Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sollten in der Schule nicht gelehrt und nicht genutzt werden", sagte sie damals. Da Bildungspolitik Ländersache ist, kann sie allerdings kein bundesweites Verbot verhängen. Mehrere Länder mit Unionsbeteiligung haben jedoch ausdrückliche Genderverbote an Schulen verhängt.
Das jetzige Verbot ist allerdings etwas überraschend, da Prien in der Vergangenheit erklärt hat, dass sich ihre Partei nicht auf das Gendern konzentriere solle: "Die Union sollte sich nicht auf Nebenkriegsschauplätzen verkämpfen", sagte sie 2023 (queer.de berichtete). Nun macht sie selbst mit einem neu erlassenen Verbot Politik – und zwar weniger als drei Monate, nachdem sie das Ministerium übernommen hatte.
CDU kritisiert geschlechtergerechte Sprache als "Ideologie"
Konservative Unions-Politiker*innen feiern das Genderverbot unterdessen als Sieg gegen "linke" Ideologie. "Die ideologische #Gendersprache hat in keinem (!) Ministerium etwas zu suchen", erklärte etwa der Hamburger Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß, ein erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten.
/ christophplossSehr gute Entscheidung von @PrienKarin!
Christoph Ploß (@christophploss) June 29, 2025
Die ideologische #Gendersprache hat in keinem (!) Ministerium etwas zu suchen. #Gendernhttps://t.co/wsxtooxtws
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Geschlechtergerechte Sprache soll zur Vermeidung von Geschlechterstereotypen beitragen und auch nichtbinäre Menschen sichtbar machen. In den letzten Jahren ist das Thema aber von Rechts zu einem Kulturkampf hochstilisiert worden. Letztes Jahr stellte deshalb Duden-Chefin Kathrin Kunkel-Razum bedauernd fest, dass in der aufgeheizten Atmosphäre in Deutschland keine sachliche Debatte mehr über das Gendern möglich sei (queer.de berichtete).
Insbesondere in Union, FDP und AfD berufen sich Politiker*innen deshalb auf den Duden, der diese Schreibweise nicht zulasse. Kunkel-Razum bezeichnete diese Fokussierung aber als irrational, weil etwa andere, nach der deutschen Rechtschreibung "verbotene" Schreibweisen niemanden interessierten. So erklärte sie, dass etwa Prozentzeichen oder Hashtags eigentlich "nach den geltenden Rechtschreibregeln nicht zulässig" seien. Hier gebe es aber keinerlei Aufregung. (dk)














