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Karnevals- und CSD-Ikone
Köln erhält einen Marie-Luise-Nikuta-Platz
Ein zentral gelegener Platz in Köln wird nach der Karnevalsikone Marie-Luise Nikuta benannt. Die vor fünf Jahren verstorbene Sängerin hat auch den Domstadt-CSD mitgeprägt.

Marie-Luise Nikuta war jahrzehntelang nicht nur im Kölner Karneval, sondern auch in der queeren Community aktiv. Hier ist sie 2006 bei einem Auftritt auf der Hauptbühne des Kölner CSDs zu sehen (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)
- 30. Juni 2025, 13:51h 2 Min.
Die für den Bereich Innenstadt/Deutz verantwortliche Kölner Bezirksvertretung hat am Donnerstag einstimmig einem Bürgerantrag zugestimmt, einen zentral gelegenen Platz nach der 2020 verstorbenen Marie-Luise Nikuta zu benennen. Den Antrag hatte der Verein Levve un Levve Losse e. V. – Freundeskreis Maria-Luise Nikuta eingereicht.
Künftig soll damit eine Grünflache vor dem neu errichteten Bürohochhaus Wallarkaden direkt an der Straßenbahnhaltestelle Rudolfplatz Maria-Luise-Nikuta-Platz heißen. Der Platz befindet sich gleich neben der Schaafenstraße, dem Bermuda-Dreieck der queeren Kölner Community.
"Eine Benennung der kleinen Grünfläche vor den Wallarkaden in der Altstadt/Süd ist zwar für die Auffindbarkeit und eine Adressgebung nicht zwingend notwendig, jedoch auf Basis der RL [Richtlinien des Stadtrats] auch nicht obligatorisch abzulehnen", heißt es laut "Kölner Stadtanzeiger" in der Beschlussvorlage.
Viel Engagement für die queere Community
Nikuta ist eine echte Kölner Institution: Von 1977 bis 2016 komponierte und sang die 1938 im Stadtteil Nippes geborene Nikuta fast jährlich das Mottolied des Kölner Karnevals. Die Lieder trugen Titel wie "Colonia ruft die Narren aller Länder", "Köln kann sich mit allen Messen" oder "Mir all sin Kölle". Darüber hinaus war sie auch fester Bestandteil des ColognePride, den sie stets tatkräftig unterstützte. 2003 steuerte sie zum CSD mit "Liebe Deine Nächsten" ebenfalls ein Mottolied bei. Insgesamt haben viele ihrer Lieder Toleranz und Akzeptanz als Thema.
Außerdem war sie auch Dauergast bei queeren Events, etwa beim schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt oder der Röschen-Sitzung. Für ihr Engagegement für die queere Community ist sie 2014 mit dem Ehren-Knuddel-Award ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).
René Klöver, der in der letzten Karnevalssession Teil des ersten queeren Dreigestirns in der Kölner Karnevalsgeschichte war, begrüßte die Entscheidung der Lokalpolitik. Nikuta habe sich mit ihrem Engagement für queere Menschen auch Ärger mit dem früher nicht gerade LGBTI-freundlichen Festkomitee in Kauf genommen. "Wir hätten als Kölner Dreigestirn in dieser Session nicht bestanden, wenn sie uns nicht den Weg geebnet hätte", so Klöver.
Die Stadt Köln hatte erst 2023 nach langem Streit beschlossen, einen Platz nach dem schwulen Komiker Dirk Bach (1961-2012) zu benennen (queer.de berichtete). Er befindet sich vor dem Schauspielhaus Köln, zwischen der Oper und der Brüderstraße, auf dem ehemaligen "kleinen Offenbachplatz". (cw)















