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Coming-out zum Pride Month
Prinzessinnen-Tochter Maud Angelica Behn outet sich als bisexuell
Maud Angelica Behn, die Tochter von Märtha Louise von Norwegen, outet sich auf dem CSD Oslo. Ihre Mutter ist alles andere als schockiert – ihr Ehemann ist ja auch bi.

Proud und out: Maud Angelica Behn zeigt sich stolz auf dem CSD Oslo (Bild: Instagram / Maud Angelica Behn)
- 1. Juli 2025, 16:47h 4 Min.
Schriftstellerin und Künstlerin Maud Angelica Behn (22) hat sich im Pride Month Juni als bisexuell geoutet. In einem Instagram-Posting spricht die Tochter von Märtha Louise von Norwegen (53) erstmals über ihre sexuelle Orientierung. "Happy Pride von einer bisexuellen Person", schrieb sie zu mehreren Bildern ihres Besuchs auf einer CSD-Demonstration in Oslo. Darauf ist sie auch mit einer bisexuellen Fahnen zu sehen. "Die Pride dieses Jahr war unglaublich und es gab so viel Liebe", kommentierte sie zudem das Posting.
Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald V. (88) von Norwegen und dessen Frau Sonja von Norwegen (87) und steht in der norwegischen Thronfolge auf Rang vier. Sie zeigt sich sichtlich stolz auf ihren eigenen Nachwuchs: "Du bist wunderschön, Maud! Ein Hoch auf die Liebe. Liebe ist Liebe. Ich liebe dich!", schrieb die Prinzessin.
Behn selbst steht auf Rang fünf der norwegischen Thronfolge. Sie ist in in ihrem Heimatland sehr populär, auch wegen ihrer Auftritte. Nach dem Suizid ihres Vaters Ari Behn erlangte die damals 16-Jährige 2019 durch ihre Trauerrede größere Bekanntheit, weil sie über ihn und psychische Erkrankung sprach. Damals sagte sie: "Papa muss so erschöpft gewesen sein, dass er das Gefühl hatte, keinen anderen Ausweg zu haben, als diese Welt zu verlassen. Aber ich glaube, da lag er falsch. Es gibt immer einen Ausweg."
Später arbeitete sie als Künstlerin: Sie veröffentlichte 2021 "Tråder av tårer", eine Sammlung von Gedichten und Illustrationen, die sich mit dem Thema Trauer und Verlust auseinandersetzt. Behn war an dem Werk auch als Illustratorin beteiligt. Im Oktober 2022 trug sie unter anderem drei Ölgemälde zu einer Kunstausstellung im Kulturhaus der 35 Kilometer von Oslo gelegenen Stadt Ås bei. Im Herbst 2022 nahm sie an der dritten Staffel der Musikshow "Maskorama" (norwegische Version von "The Masked Singer") teil.
Prinzessin Märtha Louise: "Es hat etwas zutiefst Schönes, sich zu trauen zu lieben, wen man liebt"
Ihre Mutter Märtha Louise von Norwegen brachte in einem eigenen Instagram-Posting ihre Unterstützung für die queere Community zum Ausdruck. "Liebe ist nie falsch", schrieb sie in ihrem Beitrag auf Englisch. "In diesem Pride Month möchte ich den Mut ehren, den es braucht, um seine Wahrheit zu leben. [...] Es hat etwas zutiefst Schönes, sich zu trauen zu lieben, wen man liebt, auch wenn die Welt einem sagt, man solle still sein, sich zurückziehen oder verstecken." Liebe sei nicht da, um versteckt zu werden. "Sie soll gefeiert, gelebt und in all ihren wunderbaren Formen geteilt werden."
Am Ende schließt Märtha Louise mit aufmunternden Worten: "An alle da draußen, die immer noch versuchen, die Worte oder den Mut zu finden: Ihr werdet gesehen, ihr werdet geliebt, und ihr müsst euch niemals dafür entschuldigen, wer ihr seid." In dem Posting veröffentlichte sie Eindrücke von der CSD-Parade und einen Schnappschuss mit ihrer Tochter. "Ich liebe das Bild von uns zwei, das ist so berührend", kommentiert Maud Angelica Behn. "Sehr wichtig und wahr, was du sagst! Ich liebe dich."
Ebenfalls auf einem Bild zu sehen ist Märtha Louises Ehemann Durek Verrett (50), ein amerikanischer "Schamane", mit dem sie seit 2018 liiert ist. Die beiden verlobten sich im Juni 2022 und gaben sich im August 2024 das Jawort (queer.de berichtete). Verrett ist ebenfalls bisexuell.
Im Podcast "Suksess med Jan Thomas" erklärte Märtha Louise 2022, wie sie mit der sexuellen Orientierung ihres Partners umgeht. "Durek geht sehr offen damit um, dass er bisexuell ist. Andere sagen: 'Oh mein Gott, wie machst du das? Ist das nicht sehr schwierig?'. Nein, es ist überhaupt nicht schwierig, er ist einfach so wie er ist", zitierte die norwegische Klatschzeitung "Dagbladet" aus der Aufnahme. "Diese Erkundungsphase in Freiheit finde ich so unglaublich wichtig. Ich bin froh, dass er offen damit ist, und ich bin so froh, dass alle, die offen dafür sind, zeigen, wer sie sind. Jeder, der kritisiert, wie andere in irgendeiner Weise leben, zeigt eigentlich nur seine eigenen Grenzen." (spot/cw)
















