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Eingeknickt vor Trump

US-Uni schmeißt trans Athletinnen aus Frauenteams

Die University of Pennsylvania hat sich gegenüber der Regierung bereiterklärt, trans Sportlerinnen aus Frauenteams zu verbannen. Die Hochschule hatte 2021 die trans Athletin Lia Thomas in das Frauenschwimmteam aufgenommen.


Trans Schwimmerin Lia Thomas bei einem Turnier im Jahr 2022 (Bild: IMAGO / USA TODAY Network)
  • 2. Juli 2025, 07:49h 3 Min.

Im Rahmen einer Vereinbarung mit der US-Regierung hat sich die University of Pennsylvania bereit erklärt, trans Athletinnen aus ihren Frauensportteams auszuschließen. Damit sei ein bundesstaatlicher Bürgerrechtsfall beigelegt worden, der durch den Wirbel um die früher als Mann und nach einer Hormontherapie als Frau angetretene Schwimmerin Lia Thomas ausgelöst worden war, teilte die US-Regierung am Dienstag (Ortszeit) mit. Bildungsministerin Linda McMahon sprach von einem "großen Sieg für Frauen und Mädchen" in den USA.

Gemäß den Bedingungen des Vergleichs wird die Universität alle individuellen Schwimmrekorde und -titel der von Thomas' Teilnahme betroffenen Sportlerinnen zurückgeben. Die Universität wird demnach zudem ein "personalisiertes Entschuldigungsschreiben" an jede von dem Fall betroffene Schwimmerin schicken. Überdies muss sie eine öffentliche Erklärung abgeben, in der sie festlegt, dass sie "Männern nicht erlaubt, in weiblichen Sportprogrammen zu konkurrieren" oder Einrichtungen von Penn Athletics zu benutzen, die für cis Frauen bestimmt sind, wie etwa Umkleideräume.

Sieg von Lia Thomas löste massive Proteste aus

Thomas, die bis zum Alter von 20 Jahren als Mann gelebt hatte, hatte 2022 die US-Collegemeisterschaften gewonnen. Lange Zeit hatte sie als Mann an Schwimmwettbewerben teilgenommen. 2018 outete sich Thomas als trans Frau, begann eine Hormontherapie. Ab 2021 startete sie bei den Frauen – und löste damit Empörung aus.

Als Thomas den College-Titel holte, gab es massive queerfeindliche Proteste. Floridas Gouverneur Ron DeSantis beschuldigte den US-Universitätssport-Verband NCAA, den Frauensport zu "zerstören". Im Juni 2022 beschloss der Weltschwimmverband, dass trans Athletinnen nur an Wettbewerben teilnehmen dürfen, wenn sie nicht die männliche Pubertät durchlaufen haben und die Geschlechtsanpassung vor dem zwölften Lebensjahr stattgefunden hat (queer.de berichtete). 2024 bestätigte der Internationale Sportgerichtshof CAS diese Entscheidung (queer.de berichtete).

Kulturkampf um die Rechte von trans Menschen

Die Universität von Pennsylvania ist eine der ältesten und renommiertesten Hochschulen der Welt und die größte der amerikanischen Ivy-League-Universitäten. Dort studieren mehr als 20.000 Menschen, rund 40.000 Personen sind bei der Bildungsstätte angestellt.

Trump hatte im Februar ein Dekret unterzeichnet, mit dem er die Teilnahme von trans Frauen im Frauensport untersagte (queer.de berichtete). Dieses neue Verbot wird bereits umgesetzt: Der Verband NCAA teilte etwa kurz danach mit, dass künftig alle trans Frauen vom Frauensport ausgeschlossen seien (queer.de berichtete).

Wissenschaftliche Untersuchungen spielen im Kulturkampf um die Rechte von trans Menschen derzeit kaum eine Rolle. So ist nicht ausgemacht, dass trans Frauen eine Vorteil gegenüber cisgeschlechtlichen Frauen im Sport haben: Mehrere kleinere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass trans Frauen anderen Frauen nicht grundsätzlich überlegen sind, zuletzt etwa eine Untersuchung des Internationalen Olympischen Komitees (queer.de berichtete). Die Datenlage ist bislang aber noch recht dünn. (cw/AFP)

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