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  • 17. August 2006 13 1 Min.

Berlin (queer.de) - Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wurde heute im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt damit morgen in Kraft. Das Diskriminierungsverbot hätte bereits ab dem 1. August gelten sollen, war aber dem Bundespräsidenten zu spät vorgelegt worden (queer.de berichtete). Im Bundestag wurde es mit den Stimmen der CDU/CSU, SPD und der Grünen verabschiedet, FDP und Linkspartei stimmten dagegen. Damit sind ab morgen u.a. Schwule und Lesben im Arbeitsrecht vor Diskriminierung geschützt. Lange umstritten war, ob das Merkmal sexuelle Orientierung auch im Zivilrecht (privater Geschäftsverkehr) eine Rolle spielen würde, da die EU-Vorgaben das nicht ausdrücklich verlangten. Hier setzte sich die SPD gegen ihren Koalitionspartner weitgehend durch.
Wirtschaft kritisiert weiter AGG
Nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHK) werde das Gleichbehandlungsgesetz für Unsicherheiten bei Unternehmen sorgen und Arbeitsplätze kosten. "Vor allem werden die Chancen derer verringert, die dringend einen Arbeitsplatz suchen", glaubt nach AFP-Angaben DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Denn die Folge wird sein, dass sich die Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhalten werden." Der Standort würde unter dem Gesetz leiden, weil es über die EU-Vorgaben hinausgegangen ist. Deutschland hatten Strafzahlungen von der Europäischen Union gedroht, wenn es die Verabschiedung eines Antidiskriminierungsgesetzes weiter verzögert hätte. (dk)

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#1 FlixAnonym
  • 17.08.2006, 17:15h
  • "Nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHK) werde das Gleichbehandlungsgesetz für Unsicherheiten bei Unternehmen sorgen und Arbeitsplätze kosten."

    Wer nicht diskriminiert, hat auch nichts zu befürchten! So einfach ist das! Und wer wohl diskriminiert, muss zu Recht mit Sanktionen rechnen.

    Im Übrigen hätte die Wirtschaft das Gesetz selbst verhindern können - nur weil sie diskriminiert haben wurde es erst nötig.

    Übrigens sind in den anderen Staaten (wo die Anti-Diskriminierungs-Richtlinien teilweise noch viel weitreichender sind) all diese schwarzmalerischen Befürchtungen der deutschen Industrie nicht eingetreten!! Das ist wieder typisch deutsch!

    Scheinbar meint die deutsche Industrie nur funktionieren zu können, wenn sie das Recht zu Diskriminierung hat!

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    " 'Vor allem werden die Chancen derer verringert, die dringend einen Arbeitsplatz suchen', glaubt nach AFP-Angaben DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben."

    Ich finde es unanständig Ängste von Leuten zu nutzen, um gegen andere Gruppen Stimmung zu machen! Das sagt genug über die Gesinnung (von Teilen) der deutschen Wirtschaft aus!

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    "Denn die Folge wird sein, dass sich die Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhalten werden."

    Wenn ein Unternehmen eigentlich zusätzliche Arbeitskräfte braucht, aber diese dennoch nicht einstellt (also auf zusätzliche Umsätze verzichtet) scheint es der deutschen Wirtschaft ja nicht so schlecht zu gehen...

    Im Übrigen gilt das AGG nicht nur für Neueinstellungen, sondern auch für bereits vorhandene Mitarbeiter, dies zeigt, dass die Verbände pure Polemik betreiben!
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#2 gerdAnonym
  • 17.08.2006, 18:00h
  • Herzlichen Glückwunsch, Deutschland

    Es ist vollbracht: als eines der letzten EU-Staaten haben wir endlich auch die Umsetzung der EU-Richtlininen zum Diskriminierungsschutz geschafft. Wurde auch dringend Zeit, wenn man an die möglichen Strafzahlungen an die EU denkt.
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#3 RalfAnonym
  • 17.08.2006, 20:40h
  • Für alle die dagegen sind:
    Heute aus den Stuttgarter Nachrichten:
    Leserbrief...
    Zirkus auf der Straße

    Zu "CSD aus den Kinderschuhen raus" vom 10. August:Kein Leser will und kann die Redaktion daran hindern, auch über schrille Ereignisse zu berichten. Dass dies im oben erwähnten Bericht aber in verdeckter Hochjubelei geschieht, ist fast nicht zu ertragen. DerChristopher Street Day ist eine amerikanische Angelegenheit und hat auf deutschen Straßen nichts zu suchen. Es ist schon schlimm genug, wenn diese Chaoten damit Berlin unsicher machen. Es ist doch klar,

    dass das Schwulen- und Lesbenleben eine andersartige Lebensform darstellt. Wenn diese im stillen

    Kämmerlein stattfindet, kann man das noch tolerieren. Wenn aber diese Lebensform eine Gleichstellung

    mit der Familie - also Ehemann, Ehefrau und Kindern - anstrebt, wird das von mindestens 90 Prozent der

    Bevölkerung abgelehnt. Eine Fünf-Zeilen-Notiz für diesen Zirkus auf der Straße hätte genügt. Schlimm

    genug, dass sich auch die Liederhalle für eine Eröffnungsveranstaltung zur Verfügung gestellt hat.

    Horst Schulze, Gerlingen
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