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- 17. August 2006 1 Min.
Berlin (queer.de) - Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wurde heute im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt damit morgen in Kraft. Das Diskriminierungsverbot hätte bereits ab dem 1. August gelten sollen, war aber dem Bundespräsidenten zu spät vorgelegt worden (queer.de berichtete). Im Bundestag wurde es mit den Stimmen der CDU/CSU, SPD und der Grünen verabschiedet, FDP und Linkspartei stimmten dagegen. Damit sind ab morgen u.a. Schwule und Lesben im Arbeitsrecht vor Diskriminierung geschützt. Lange umstritten war, ob das Merkmal sexuelle Orientierung auch im Zivilrecht (privater Geschäftsverkehr) eine Rolle spielen würde, da die EU-Vorgaben das nicht ausdrücklich verlangten. Hier setzte sich die SPD gegen ihren Koalitionspartner weitgehend durch.
Wirtschaft kritisiert weiter AGG
Nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHK) werde das Gleichbehandlungsgesetz für Unsicherheiten bei Unternehmen sorgen und Arbeitsplätze kosten. "Vor allem werden die Chancen derer verringert, die dringend einen Arbeitsplatz suchen", glaubt nach AFP-Angaben DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Denn die Folge wird sein, dass sich die Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhalten werden." Der Standort würde unter dem Gesetz leiden, weil es über die EU-Vorgaben hinausgegangen ist. Deutschland hatten Strafzahlungen von der Europäischen Union gedroht, wenn es die Verabschiedung eines Antidiskriminierungsgesetzes weiter verzögert hätte. (dk)
Mehr zum Thema:
» Schwule bald vor Diskriminierung geschützt (Queer.de vom 2.5.06)










Wer nicht diskriminiert, hat auch nichts zu befürchten! So einfach ist das! Und wer wohl diskriminiert, muss zu Recht mit Sanktionen rechnen.
Im Übrigen hätte die Wirtschaft das Gesetz selbst verhindern können - nur weil sie diskriminiert haben wurde es erst nötig.
Übrigens sind in den anderen Staaten (wo die Anti-Diskriminierungs-Richtlinien teilweise noch viel weitreichender sind) all diese schwarzmalerischen Befürchtungen der deutschen Industrie nicht eingetreten!! Das ist wieder typisch deutsch!
Scheinbar meint die deutsche Industrie nur funktionieren zu können, wenn sie das Recht zu Diskriminierung hat!
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" 'Vor allem werden die Chancen derer verringert, die dringend einen Arbeitsplatz suchen', glaubt nach AFP-Angaben DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben."
Ich finde es unanständig Ängste von Leuten zu nutzen, um gegen andere Gruppen Stimmung zu machen! Das sagt genug über die Gesinnung (von Teilen) der deutschen Wirtschaft aus!
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"Denn die Folge wird sein, dass sich die Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhalten werden."
Wenn ein Unternehmen eigentlich zusätzliche Arbeitskräfte braucht, aber diese dennoch nicht einstellt (also auf zusätzliche Umsätze verzichtet) scheint es der deutschen Wirtschaft ja nicht so schlecht zu gehen...
Im Übrigen gilt das AGG nicht nur für Neueinstellungen, sondern auch für bereits vorhandene Mitarbeiter, dies zeigt, dass die Verbände pure Polemik betreiben!