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"Bei meiner Seele"

Xavier Naidoo plant Konzert in Köln

Jahrelang provozierte Xavier Naidoo mit rechtsextremen und queerfeindlichen Äußerungen. Drei Jahre nach Veröffentlichung eines Entschuldigungs-Videos versucht der Soulsänger nun ein Comeback.


Xavier Naidoo kehrt auf die Bühne zurück (Bild: Promo)
  • 6. Juli 2025, 11:10h 2 Min.

Lange Zeit war es still um Xavier Naidoo, jetzt kommt er musikalisch zurück. Die Konzertagentur Live Nation kündigte ein Konzert von Naidoo mit dem Titel "Bei meiner Seele" in der Kölner Lanxess Arena am 16. Dezember an. "Xavier Naidoo live mit Band! Am 16.12.2025 spielt Xavier sein einziges Konzert des Jahres in der Lanxess Arena Köln – mit all seinen großen Hits", schrieb der Sänger auf seiner Instagram-Seite. Der Vorverkauf startet demnach am Dienstag (8. Juli).

Naidoo hat sich als Soulsänger und mit der Gruppe Söhne Mannheims einen Namen gemacht. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 spielte die deutsche Nationalmannschaft vor den Spielen sein Lied "Dieser Weg" in der Kabine. Später kam es zunehmend zu Kontroversen um den Sänger.

Naidoo trat mit sogenannten Reichsbürgern auf

Naidoo hatte jahrelang mit rechtsextremen Äußerungen provoziert, die er teilweise über seinen Telegram-Kanal verteilte. Er trat mit sogenannten Reichsbürgern auf, verbreitete Theorien der QAnon-Bewegung und polarisierte mit Äußerungen zur Corona-Pandemie. 2021 entschied ein Gericht, dass er sich als "Antisemit" bezeichnen lassen muss (queer.de berichtete).

Auch mit Homosexuellenhass sorgte Naidoo für Empörung: Bereits 2012 hatte er im Album "Gespaltene Persönlichkeit" einen Song mit Kool Savas zum Thema Kindesmissbrauch veröffentlicht, in dem es neben Gewaltfantasien auch offensichtlich homosexuellenfeindliche Sätze gab – es hieß etwa: "Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?" (queer.de berichtete). Der Sänger behauptete jedoch, dass das Lied nicht schwulenfeindlich gemeint sei.

2022 bittet Naidoo um Entschuldigung

Im Jahr 2022 veröffentlichte Naidoo ein Video, in dem er angab, sich jahrelang in Verschwörungs-Erzählungen verrannt zu haben: "Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue", sagte er damals. "Alle, die mich kennen, wissen, wofür ich einstehe: Ich stehe für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sind mit meinen Werten nicht vereinbar. Und ich verurteile diese aufs Schärfste." Mit manchen Äußerungen habe er "Menschen vor den Kopf gestoßen und verletzt". Dafür entschuldige er sich (queer.de berichtete).

Aus der queeren Community kamen allerdings Zweifel, ob Naidoo seinen Meinungswandel ernst meint. Die Linke.queer-Chef Frank Laubenburg erklärte etwa auf Twitter: "Das Album 'Gespaltene Persönlichkeit' ist bis heute nicht zurückgezogen, sondern im Verkauf." Auch wir kommentierten damals: "Das Entschuldigungsvideo von Xavier Naidoo reicht nicht". (cw/dpa)

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