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Nach Coming-out als nichtbinär
Felix Jaehn kritisiert Queerfeindlichkeit unter Schwulen
Felix Jaehn hatte sich letztes Jahr als nichtbinär geoutet. Im "Spiegel"-Interview erzählt der Discjockey davon, wie schwierig dieser Schritt gewesen sei – und dass Teile der Community unsolidarisch seien.

Felix Jaehn vergangene Woche beim Rainbow Festival in Köln (Bild: IMAGO / Future Image)
- 7. Juli 2025, 13:03h 3 Min.
Fee alias Felix Jaehn hat im Interview mit dem "Spiegel" (Bezahlartikel) über die eigene Nichtbinarität gesprochen und dabei auch Teile der queeren Community als intolerant kritisiert: "Innerhalb der LGBTQ+-Community gibt es Clinch und Probleme. Das finde ich oft noch trauriger, als wenn es von einer Antifraktion von außerhalb kommt", sagte Jaehn. "Es gibt schwule Cis-Männer, die gegen trans Personen und nichtbinäre Menschen hetzen und klagen: Wir wurden endlich akzeptiert, aber wegen euch kriegt die Community jetzt wieder mehr Hate ab."
Für eine bessere Anerkennung sei "Repräsentation und Bildung" notwendig – und zwar in "Filmen, Serien, auf Social Media, in der Politik", Auch Safe Spaces, also Rückzugsorte, seien wichtig. "Dass ich mich wie ein Alien fühlte, hörte erst auf, als ich begann, mich an queeren Orten zu bewegen. Endlich war ich nicht allein, ja sogar in der Norm", so Jaehn.
Der Musikstar hatte sich vor gut einem Jahr als nichtbinär und als pansexuell geoutet. "Ich nutze zur Zeit lieber den Namen Fee, weil ich unter die nichtbinären Menschen gegangen bin und einen geschlechtsneutralen Namen haben möchte", sagte Jaehn damals in einer Talkshow. "Mein Künstler*innenprojekt bleibt natürlich Felix Jaehn. Das wär viel zu kompliziert, das alles zu ändern. Aber wenn du mich ansprichst, darfst du gerne Fee sagen" (queer.de berichtete). Im "Spiegel"-Interview erklärte Jaehn, dass alle Pronomen für ihn akzeptabel seien. "So ist jedes korrekt, und ich erspare mir das schlechte Gefühl, im Alltag misgendert zu werden."
"Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke"
Jaehn beschrieb im "Spiegel" auch das befreiende Gefühl 2022, erstmals in einer Damenboutique in Mexiko-Stadt einzukaufen: "Ich probierte eine Schlaghose an, und es war, als schlüpfte ich in meine zweite Haut. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Es fühlte sich unbeschreiblich richtig und natürlich an", erinnerte sich Jaehn.
Außerdem berichtete der Musikstar von psychischen Problemen: "Im Juli 2024 habe ich beim Tomorrowland-Festival in Belgien gespielt und am Tag darauf beim Open Beatz Festival – und bin direkt anschließend in eine psychiatrische Klinik gefahren. Seitdem gab es zwei Klinikaufenthalte, intensive Therapie, Reha. Ich musste wieder aufs Leben klarkommen, mich finden, umkrempeln, sortieren." Zuletzt machte sich Jaehn daher rarer auf Konzerten. Vor einer Woche trat der Discjockey jedoch auf dem ersten Rainbow Festival am Fühlinger See in Köln auf – neben anderen Stars wie den No Angels, Zoe Wees, den Weather Girls und Loreen.
Dabei erzählte Jaehn auch von der Angst, dass Ärzt*innen nicht offen sein könnten für queere Themen. "Es sind längst nicht alle Psychiaterinnen und Psychologen dafür bereit", berichtete der Star-Discjockey. "Und es ist schlimm, wenn man in einer Notlage Hilfe sucht und erst mal seine Identität abgesprochen bekommt, weil zu behandelndem Arzt oder Ärztin ein Machtgefälle existiert und die Person keine Lust hat, sich mit diesen Themen zu beschäftigen." (cw)














