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Bushido und Isi Glück dabei
Jetzt ist es offiziell: Homophober Rapper Bushido ist Teil der DSDS-Jury
Mit Textzeilen wie "Ihr Tunten werdet vergast" oder "Wir verkloppen jede Schwuchtel" wurde Bushido zum Idol der Homo-Hasser. Nun soll er wohl mit ein bisschen Kontroverse bei RTL für Quoten sorgen.

Das neue DSDS-"Dreamteam" (v.l.n.r.): Bushido, Dieter Bohlen und Isi Glück (Bild: RTL)
- 8. Juli 2025, 10:22h 3 Min.
Lange hatte es sich angedeutet, am Dienstagmorgen kam die Bestätigung von RTL: Der 46-jährige Deutsch-Rapper Bushido wird in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" neben Dieter Bohlen Platz nehmen. Ebenfalls Teil des neuen Teams ist Ballermann-Star Isi Glück ("Mallekind"). Bereits vor über einem halben Jahr hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet, dass Bushido Teil der DSDS-Jury in der 22. Staffel der Casting-Show werden soll (queer.de berichtete).
Die Personalie dürfte für Aufmerksamkeit für die Show sorgen, deren Einschaltquoten in den letzten Jahren steil nach unten gegangen sind. Bushido hatte schließlich immer wieder mit aggressiven Texten gegen ihm unliebsame Minderheiten gehetzt – etwa über seine Hoffnung auf einen Anschlag auf jüdische Menschen ("Ich mach ein Anschlag auf dich wie in Tel Aviv … Wenn ich will, dann seid ihr alle tot, ich bin ein Taliban"). Lange Jahre machte er aber vor allem aus seinem Hass gegen Homosexuelle keinen Hehl – so rappte er etwa bereits 2005 "Ihr Tunten werdet vergast". Im Lied "Berlin" heißt es: "Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel".
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Posted by DSDS – Deutschland sucht den Superstar on Monday, July 7, 2025
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Jetzt gibt er sich in einer RTL-Pressemitteilung betont handzahm: "DSDS hat Generationen geprägt – wir alle erinnern uns an diese Momente, die ins Herz gegangen sind. Oder einfach an coole und skurrile Typen", so Bushido im PR-Sprech. "Jetzt selbst Teil dieser Jury zu sein, ist für mich mehr als nur Show. Es ist eine Ehre."
"Ihr seid Lesben? Ihr wurdet einfach nicht ordentlich durchgefickt"
Bushido zeigte nicht nur in seinem Texten seine Queerfeindlichkeit, sondern auch im realen Leben: 2007 streckte er LGBTI-Aktivist*innen, die gegen ihn demonstrierten, den Mittelfinger entgegen – und das ausgerechnet bei einem Anti-Gewalt-Konzert. Dazu sagte er: "Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen – ich scheiß drauf" (queer.de berichtete). Wenige Jahre später pöbelte er CSD-Teilnehmende in Kreuzberg an. Die "taz" zitierte ihn unter anderen mit dem Spruch: "Ihr seid Lesben? Ihr wurdet einfach nicht ordentlich durchgefickt" (queer.de berichtete).
Trotz dieser Aktionen war Bushido auch im Mainstream populär. Er wurde etwa 2007 vom grünen Bundestagsabgeordneten und heutigen Parteivorsitzenden Omid Nouripour vor seinem "Anti-Gewalt"-Auftritt verteidigt (queer.de berichtete). Starproduzent Bernd Eichinger verfilmte sogar 2010 Bushidos Autobiografie "Zeiten ändern sich" mit einer Starbesetzung (Moritz Bleibtreu, Elyas M'Barek, Hannelore Elsner, Katja Flint, Uwe Ochsenknecht, Karel Gott).
In den letzten Jahren arbeitete er vermehrt mit RTL zusammen: So wurde 2022 die Dokusoap "Bushido – RESET" auf RTL+ gezeigt. Zuletzt gab sich Bushido auch mit Äußerungen wie "Mir doch egal, wenn du als Typ mit anderen Typen vögelst" betont weltoffen (queer.de berichtete). Von seinen queerfeindlichen Liedern und Tiraden hat er sich nie distanziert und sich nicht dafür entschuldigt – vielmehr profitiert er noch heute von Einnahmen durch diese Hass-Songs.
Im Dezember 2022 scheiterte Bushido vor dem Bundesverfassungsgericht mit einer Beschwerde gegen die Indizierung seines Albums "Sonny Black", in dem es u.a. heißt "Du Schwuchtel wirst hier ausradiert". Er sei nicht in seiner Kunstfreiheit verletzt, erklärte das Gericht in Karlsruhe (queer.de berichtete). Das Album war 2014 erschienen und wurde 2015 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt, weil die Texte verrohend wirkten, einen kriminellen Lebensstil verherrlichten sowie Frauen und queere Menschen diskriminierten.
Die 22. Staffel von DSDS soll erst im Frühjahr 2026 ausgestrahlt werden. Dieter Bohlen ließ in der RTL-Pressemitteilung bereits verlautbaren, dass er einen Konfrontationskurs zu Bushido plant: "Bushido und ich werden auf jeden Fall völlig verschiedene Meinungen zu gewissen Musikgenres haben", so der von RTL zum "Pop-Titan" ernannte Entertainer. (cw)
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