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Berlin

Gedenktafel für lesbische Aktivistin beschmiert

Mit einem Hakenkreuz haben Unbekannte die Stele in Kreuzberg beschmiert. Sie erinnert an Lotte Hahm (1890-1967).

  • 9. Juli 2025, 17:10h 2 Min.

Die Stele am Tag ihrer Einrichtung am 13. September 2023 (Bild: Zartesbitter / wikipedia)

In Berlin-Kreuzberg haben Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag eine Gedenktafel mit einem Hakenkreuz beschmiert, die an die queere Vorstreiterin Lotte Hahm (1890-1967) erinnert. Das meldete die Polizei der Hauptstadt.

Demnach habe gegen acht Uhr eine Privatperson gemeldet, dass die Tafel in der Straße Hasenheide in Erinnerung an die erste Lesbenbewegung mit dem verfassungswidrigen Symbol beschmiert wurde. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts übernehme die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigungen durch Farbschmierereien.

Die Gedenktafel war im September 2023 errichtet worden (queer.de berichtete). An der Hasenheide 52-53 befanden sich von 1926 bis 1928 die Räumlichkeiten des von Charlotte Hedwig "Lotte" Hahm gegründeten Damenklubs "Violetta". Hahm gründete auch weitere Treffpunkte für Lesben, auch während der Zeit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, war im "Bund für Menschenrecht" aktiv und gehörte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der lesbischen und trans Subkultur in Berlin. Sie überlebte die NS-Zeit und eröffnete das erste lesbische Lokal in Ostberlin, zog dann aber wegen Repressionen in den westlichen Teil der Stadt, in dem sie bis zu ihrem Tod in der lesbischen Community aktiv war.

Queere Gedenkorte in der Hauptstadt waren in den letzten Jahren häufig Zielscheibe von Vandalismus. Erst im April wurde das Mahnmal für homo­sexuelle NS-Opfer am Nollendorfplatz beschmiert (queer.de berichtete). Auch das Denkmal für die erste homo­sexuelle Emanzipationsbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer und das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homo­sexuellen im Berliner Tiergarten wurden immer wieder beschädigt. (cw)

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