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"Möchte meine Gesundheit nicht weiter strapazieren"

In Ungarn inhaftierte Maja T. beendet Hungerstreik

  • 14. Juli 2025, 13:38h 2 Min.

Immer wieder gibt es Demos zur Freilassung von Maja T. und anderen Aktivist*­innen, hier vor dem Berliner Verfassungsgericht Ende Juni 2024 (Bild: wikipedia)

Die in Ungarn inhaftierte deutsche nichtbinäre Person Maja T. beendet nach gut fünf Wochen ihren Hungerstreik. Das berichteten der Vater von T. und die Unterstützergruppe. T. steht in Budapest wegen mutmaßlicher Körper­ver­letzungen im Zuge von Protesten gegen Rechtsextreme im Februar 2023 vor Gericht. T. droht eine Verurteilung von bis zu 24 Jahren Haft. Mit dem Hungerstreik wollte T. bessere Haftbedingungen und eine Rücküberstellung nach Deutschland erreichen.

"Ich möchte meine Gesundheit nicht weiter strapazieren, denn ich spüre, wenn ich jetzt nicht umkehre, ist es bald zu spät dafür", heißt es in einer von Maja T.s Anhänger*­innen verbreiteten Erklärung. T. behielt sich jedoch vor, den Hungerstreik bei Bedarf wiederaufzunehmen.

Zuletzt hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) versprochen, sich in Gesprächen mit der Regierung in Budapest für bessere Haftbedingungen für Maja T. einzusetzen. T. sei "schwersten Vorwürfen ausgesetzt", sagte der Minister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Auch in Deutschland würde Maja T. daher mit einem Strafverfahren rechnen müssen", fügte er hinzu (queer.de berichtete).

Linke spricht von "politischem Schauprozess"

Martin Schirdewan, der Chef der Linksfraktion im Europäischen Parlament, forderte mehr Engagement der Bundesregierung: "Maja T. muss seit über einem Jahr Einzelhaft ertragen und ist einem politischen Schauprozess ausgesetzt", so der Linkenpolitiker. "Die Bundesregierung muss umgehend für die Rücküberstellung von Maja T. nach Deutschland Sorge tragen. Die lauwarmen Worte des Auswärtigen Amtes reichen nicht, Maja T. muss schnellstmöglich Gerechtigkeit widerfahren. Und das heißt, dass die rechtswidrige Auslieferung rückgängig gemacht wird."

Nach Angaben ihrer Unterstützer*innen hat T. durch den Hungerstreik rund 14 Kilogramm abgenommen. Die Herzfrequenz sei zeitweise auf 30 gesunken. Die Ärzt*innen hätten Ohnmachtsanfälle bis hin zum Herzstillstand für möglich gehalten sowie irreversible Organschäden befürchtet (queer.de berichtete). Am 1. Juli war T. aus der Untersuchungshaft in Budapest in ein Gefängniskrankenhaus im Südosten des Landes gebracht worden. An den Haftbedingungen hatte Maja T. unter anderem die Isolation in einer Zelle beanstandet, sowie Schlafentzug durch stündliche Kontrollen.

T. war im Dezember 2023 in Berlin verhaftet und im Juni 2024 nach Ungarn ausgeliefert worden – obwohl das Bundesverfassungsgericht dies untersagt hatte. Doch die Entscheidung aus Karlsruhe war wenige Minuten zu spät gekommen (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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