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Behutsam und poetisch

Eine queere Liebe in den 1920er Jahren

Miku Sophie Kühmel erzählt in ihren neuen Roman "Hannah" von einer ungewöhnlichen Liebesbeziehung zweier Künstlerinnen im Schatten des aufkommenden Nationalsozialismus.


Miku Sophie Kühmel war 2023 mit ihrem Roman "Triskele" für den Clemens-Brentano-Preis nominiert (Bild: Olga Blackbird)

Es sind die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, als Til auf Hannah trifft und Hannah auf Til. Eine gemeinsame Dekade beginnt – voller Hoffnung, Kreativität und der Sehnsucht nach Freiheit. Zunächst in Den Haag, später in Berlin, wo das Leben vibriert und die Nächte lang sind, verbringen die Künstlerin und die Autorin rauschhafte Partys, intellektuelle Gespräche und Momente zärtlicher Zweisamkeit. Ihre Beziehung ist zugleich ein Rückzugsort und ein Experiment, ein Raum für Nähe, aber auch Reibung.

Doch was mit Leichtigkeit beginnt, wird von Jahr zu Jahr schwerer. Von Sommer zu Sommer entpuppt sich das gemeinsame Leben und Schaffen zunehmend als Herausforderung. Der politische Druck wächst, der aufziehende Schatten des Nationalsozialismus legt sich auch auf ihre Liebe – macht sie fragiler, aber vielleicht auch kostbarer.

Abgründe und Selbstbestimmung


"Hannah" ist als gebundene Ausgabe und E-Book erschienen

Behutsam und poetisch setzt Miku Sophie Kühmel in "Hannah" das Bild einer Beziehung zusammen, die sich nicht nur an den Abgründen ihrer Zeit messen muss, sondern auch an den Fragen nach Selbst­bestimmung, künstlerischer Freiheit und der Möglichkeit, sich in einer Welt im Umbruch treu zu bleiben – sich selbst und einander.

"Hannah" ist jetzt im Berliner S. Fischer Verlag als 304 Seiten starke, gebundene Ausgabe für 24 Euro sowie als E-Book für 19,99 Euro (Amazon-Affiliate-Link ) erschienen. Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.

Miku Sophie Kühmel wurde 1992 als jüngste von drei Schwestern in Gotha geboren. Sie hat Literatur- und Medienwissenschaften studiert – kurz in New York und länger in Berlin, wo sie heute lebt und arbeitet. Sie ist freie Schriftstellerin und produziert verschiedene Podcast-Formate. Nach Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschien 2019 ihr Debütroman "Kintsugi". Sie erhielt u.a. Stipendien des Alfred Döblin-Hauses der Akademie der Künste, des Künstlerhofes Schreyahn und der Stadt Gotha. 2022 erschien ihr zweiter Roman "Triskele", mit dem Miku Sophie Kühmel für den Clemens-Brentano-Preis 2023 nominiert war. 2024 folgte der Sammelband "Brüste. Eine Anthologie", den Kühmel gemeinsam trans Mann Linus Giese herausgegeben hat, in dem die beiden erhellende Blicke auf ein oft objektifiziertes Körperteil werfen. (dd/pm)

Infos zum Buch

Miku Sophie Kühmel: Hannah. Roman. 304 Seiten. S. Fischer Verlag. Berlin 2025. Gebundene Ausgabe: 24 € (ISBN 978-3-10-397492-8), E-Book: 19,99 €.

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