Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?54371

"Wer schweigt, macht sich mitverantwortlich"

Wegen Queer­feindlichkeit: VelsPol-Chefin verlässt Polizeigewerkschaft

Der queere Dachverband der Polizeibediensteten zeigt sich schockiert über queerfeindliche Äußerungen des Gewerkschaftsführers Rainer Wendt. Die VelsPol-Chefin verkündet ihren Austritt aus der Polizeigewerkschaft.


Nach den queerfeindlichen Äußerungen von Rainer Wendt erklärt die queere Polizistin Diana Gläßer ihren Austritt aus der Polizeigewerkschaft (Bild: Superbass / wikipedia, DPolG Rheinland-Pfalz)
  • 16. Juli 2025, 11:32h 3 Min.

Der Bundesverband queerer Beschäftigter in Polizei, Justiz und Zoll (VelsPol) hat schockiert auf Aussagen von Rainer Wendt reagiert. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hatte am Wochenende in einem rechten Magazin queere Menschen unter anderem beschuldigt, anderen ihre sexuelle Orientierung "aufdrängen" zu wollen (queer.de berichtete).

In einer Erklärung bezeichnete VelsPol die Äußerungen als "nicht nur rückwärtsgewandt, sondern offen queerfeindlich und menschenverachtend". Wendt entlarve seine Haltung, "die queere Menschen bewusst ausblendet, herabsetzt und abwertet".

"Ich erkläre hiermit meinen Austritt aus der Deutschen Polizeigewerkschaft"

"Herr Wendt spricht nicht für die Vielfalt in der Polizei – und erst recht nicht für die
vielen queeren Kolleg*innen, die tagtäglich ihren Dienst leisten, auch unter erschwerten Bedingungen", erklärte VelsPol-Chefin Diana Gläßer, die auch Ansprechperson für lesbische, schwule, bisexuelle, trans und inter Menschen für die Polizei des Landes Rheinland-Pfalz ist.

Sie zieht persönliche Konsequenzen: "Ich erkläre hiermit meinen Austritt aus der Deutschen Polizeigewerkschaft. Solange eine solche Haltung an der Spitze dieser Organisation unwidersprochen bleibt, kann und will ich kein Teil mehr dieser Gewerkschaft sein." Gläßer rief andere Gewerkschafter*innen auf, ihr Engagement zu überdenken: "Ich fordere alle Kolleg*innen auf, über ihren Verbleib in der DPolG nachzudenken – insbesondere, wenn sie sich für Respekt und Vielfalt in unserer Polizei einsetzen."

Dabei scheint nicht die gesamte Gewerkschaft queere Menschen abzulehnen: Die DPolG Rheinland-Pfalz hatte etwa jüngst eine neue Stelle im Landesvorstand als Ansprechperson LSBTIQ* geschaffen, um sich auch für die Belange queerer Beschäftigter einzusetzen.

Gläßer erklärte jedoch, sie könne es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, "innerhalb einer Gewerkschaft für queere Anliegen einzustehen, deren bundesweiter Vorsitzender gleichzeitig queere Menschen in dieser Art diffamiert". Als "sehr bedauerlich" bezeichnete sie, dass die Landesverbände der DPolG bislang keinerlei Stellung zu diesen Äußerungen bezogen hätten. "Wer schweigt, macht sich mitverantwortlich", so Gläßer.

Wendt hatte im Magazin "Tichys Einblick" queere Menschen kritisiert, weil diese angeblich "uns ihre sexuelle Orientierung ständig aufdrängen und in unseren Alltag übertragen wollen". Regenbogenfahnen vor Polizeibehörden oder dem Bundestag seien seiner Ansicht nach "kein Zeichen von Toleranz oder Weltoffenheit, sondern Symbole des Kniefalls vor einer Laune des Zeitgeistes durch schwache Führungskräfte, die die Neutralität ihrer Behörden nicht vor den aggressiven Forderungen nach permanenter Sichtbarkeit von Minderheiten zu verteidigen wissen".

Posted by Rainer Wendt on Thursday, July 10, 2025
Facebook / DPolGRainerWendt | Rainer Wendt verteidigte auch die viel kritisierte "Zirkuszelt"-Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Deutsche Polizeigewerkschaft ist mit 100.000 Mitgliedern der zweitgrößte Berufsverband im Polizeibereich nach der doppelt so großen Gewerkschaft der Polizei (GdP). (dk)

-w-