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Sonderberichterstatterin auf Abwegen
UN-Bericht: Transgeschlechtlichkeit ist ansteckend
Ein UN-Bericht zur Gewalt gegen Frauen und Mädchen droht, zu einem transfeindlichen Manifest zu werden. Die Autorin ist wegen ihrer Abneigung gegenüber geschlechtlichen Minderheiten berüchtigt.

Sonderberichterstatterin Reem Alsalem hat trans Frauen zu Feindinnen von cisgeschlechtlichen Frauen erklärt (Bild: UN / Manuel Elías)
- 16. Juli 2025, 16:48h 2 Min.
Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) hat den Entwurf eines Berichtes (PDF) vorgelegt, in dem Transgeschlechtlichkeit als "sozial ansteckend" bezeichnet wird. Außerdem würde die gesellschaftliche Akzeptanz von geschlechtlichen Minderheiten die "Auslöschung der juristischen Kategorie 'Frau'" bedeuten.
In dem Bericht geht es um "geschlechterbasierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen", er wurde von Reem Alsalem erstellt, der UN-Sonderberichterstatterin zu diesem Thema. Alsalem hatte sich bereits mehrfach gegen die Gleichbehandlung von transgeschlechtlichen Frauen ausgesprochen. So kritisierte die Jordanierin letztes Jahr das deutsche Selbstbestimmungsgesetz (queer.de berichtete). 2023 veröffentlichte die Frauenrechtsorganisation Association for Women's Rights in Development (AWID) zudem einen offenen Brief, in dem sie schwere Vorwürfe gegen Alsalem erhob: "Die UN-Sonderberichterstatterin missbraucht ihre Position und Macht, um für diskriminierende Politik gegen trans Menschen zu werben und etablierte Menschenrechtsprinzipien zu missachten". Der Brief wurde von hunderten Frauen- und LGBTI-Organisationen unterzeichnet, darunter auch vom LSVD und dem Deutschen Frauenrat.
"Falsche und gefährliche Annahmen über trans Menschen"
An Alsalems neuem Werk gibt es scharfe Kritik: "Der Bericht der Sonderbotschafterin hält falsche und gefährliche Annahmen über trans Menschen am Leben", erklärte etwa Maria Sjödin von der queeren Organisation Outright International gegenüber dem US-Szenemagazin "The Advocate". "Frauen und Mädchen erfahren Gewalt – inklusive sexueller Gewalt, Gewalt durch Partner sowie Methoden wie der Genitalverstümmelung von Frauen und intergeschlechtlichen Menschen – wegen patriarchaler Machtstrukturen und starrer Geschlechternormen, aber nicht wegen der Existenz oder Anerkennung von trans Menschen. Derweil ist die Rate der Femizide oder geschlechtsspezifischer Gewalt gegen trans Frauen oder Mädchen erschreckend hoch."
Anti-Trans-Aktivist*innen haben in den letzten Jahren die These von der "Ansteckung" von Transgeschlechtlichkeit vermehrt in die Öffentlichkeit gebracht, obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Beweise gibt. Die Verschwörungstheorie wird etwa von der deutschen Star-Feministin Alice Schwarzer verbreitet, die vor einer Trans-"Welle" warnt (queer.de berichtete).
Vorurteil gegen Homosexuelle wird wieder aufgewärmt
Der Vorwurf, durch Sichtbarkeit andere anzustecken, wurde in der Vergangenheit in Deutschland insbesondere gegen Homosexuelle geäußert, die deshalb etwa aus dem Schuldienst entfernt wurden. In manchen Ländern oder innerhalb von Glaubensgemeinschaften ist aber auch diese Theorie noch heute weit verbreitet. So behauptete etwa der katholische Kardinal Felipe Arizmendi Esquivel aus Mexiko vor ein paar Jahren: "Früher gab es das Problem der Homosexualität nicht, aber heute ist das anders wegen der Ansteckung, die von urbanen Gegenden, aus Universitäten und den Medien ausgeht." (cw)














