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Münster

Queer­feindlicher US-Bischof unter Protesten ausgezeichnet

Der katholische US-Bischof Robert Barron hetzt seit Jahren gegen Jahren gegen queere Menschen. Jetzt wurde er in Münster mit dem Josef-Pieper-Preis ausgezeichnet. Vor dem Veranstaltungsort gab es eine Mahnwache.


Robert Barron wurde 2022 von Papst Franziskus zum Bischof von Winona-Rochester ernannt (Bild: ARC Forum / wikipedia)

  • 27. Juli 2025, 12:32h 2 Min.

Unter Protesten hat der US-amerikanische Bischof Robert Barron in Münster den Josef-Pieper-Preis erhalten. Etwa 50 Menschen versammelten sich am Morgen vor der Überwasserkirche, um gegen die Auszeichnung des vor allem durch seine Internetauftritte bekannten katholischen Bischofs aus Winona-Rochester in Minnesota zu demonstrieren. Sie werfen Barron eine politische Nähe zu US-Präsident Donald Trump und eine ausgrenzende Haltung gegenüber queeren Menschen und anderen Gesellschaftsgruppen vor.

Bei der Demo am Sonntag kamen unter anderem Vertreter*­innen der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homo­sexuelle und Kirche (HuK), des Familienbundes der Katholiken, der Grünen, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und der Reformbewegung Maria 2.0 zusammen. Einige von ihnen trugen Regenbogen­fahnen und Plakate.

"Die Reden von Barron sind gefährlich. Sie sind geeignet, Ausgrenzung und Gewalt gegen Minderheiten, insbesondere queere Menschen, zu fördern", teilte die HuK in einer Pressemitteilung mit. "Der Protest richtet sich gegen die Gefahr, dass rechtskatholische Ansichten in kirchlichen Einrichtungen hoffähig werden. Wer Bischof Barron einlädt, trägt zur Diskursverschiebung nach rechts bei und gibt queer­feindlichen und demokratiefeindlichen Haltungen ein kirchliches Podium."

Preis wird nur alle fünf Jahre vergeben

Die Auszeichnung vergibt die Josef Pieper Stiftung alle fünf Jahre zu Ehren ihres Namensgebers. Josef Pieper war ein katholischer Philosoph, Hochschullehrer und Autor zahlreicher Publikationen zur christlichen Moral.

Bischof Barron habe eine "unübersehbare Affinität zur Religionsphilosophie" von Josef Pieper, heißt es auf der Homepage der Stiftung zur Begründung der Wahl des Preisträgers. Man ehre mit der Preisverleihung einen Theologen, "der wie kaum ein anderer die modernen Medien zur Unterstützung der christlichen Verkündigung nutzt".

Veranstaltungsort mit Parolen beschmiert

Die Sandsteinmauern der Überwasserkirche in Münster waren zuvor von Unbekannten mit roter Farbe beschmiert worden. "Fuck Trump" ist an die Wände gesprüht. Das Pontifikalamt mit Bischof Robert Barron fand als geschlossene Veranstaltung statt, die Kircheneingänge wurden von Sicherheitskräften bewacht.

Der Bischof, der durch einen Hintereingang in die Kirche gebracht wurde, hat aber auch viele Anhänger*innen. Mit seinem Medienunternehmen "Word on Fire" veröffentlicht er regelmäßig Missionierungsvideos und hat damit bei Instagram knapp 580.000 Follower*innen, auf seinem YouTube-Kanal sind es mehr als zwei Millionen Abonnent*innen. (cw/pm)

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