Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?54555

"Biologisches Geschlecht" wird überprüft

Leichtathletik-Weltverband führt Gentests ein

Der Leichtathletik-Weltverband verlangt zur WM verpflichtende Gentests von den Athletinnen, um eine Teilnahme von geschlechtlichen Minderheiten zu verhindern.


Szene aus dem 100-Meter-Hürdenlauf der Frauen bei den Olympischen Spielen vergangenes Jahr in Paris (Bild: IMAGO / Xinhua)
  • 1. August 2025, 11:10h 2 Min.

Der Leichtathletik-Weltverband führt zur Weltmeisterschaft in Tokio im September einen einmaligen verpflichtenden Geschlechtstest ein. Die Athletinnen müssen sich dabei einem Test auf das SRY-Gen unterziehen, wie der Verband bekanntgab. Der Test soll das "biologische Geschlecht" überprüfen und erfolgt per Wangenabstrich oder Blutentnahme. Die Regel tritt zum 1. September in Kraft und gilt für alle Weltranglistenwettbewerbe und somit auch für die WM.

"Unsere Philosophie bei World Athletics ist der Schutz und die Wahrung der Integrität des Frauensports", begründete der britische Präsident des Leichtathletik-Weltverbands Sebastian Coe die Maßnahme und fügte hinzu: "Wir sagen: Auf Eliteebene darf man nur dann in der Frauenkategorie antreten, wenn man biologisch weiblich ist."

Die Tests sollen durch die nationalen Verbände durchgeführt werden. Nach Eingang der Probe dauert die Analyse laut Weltverband je nach Land und Labor ein bis zwei Wochen. 

"Trans-Panik" im Schul-, Breiten- und Leistungssport

Der Schritt ist offensichtlich eine Folge der "Trans-Panik", die nach dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar in den USA weltweit um sich greift. Trump hatte bereits im Wahlkampf trans Menschen zu einer Gefahr erklärt. Derzeit setzt sich seine Regierung dafür ein, trans Mädchen und Frauen nicht nur aus dem Profisport, sondern auch aus dem Schul- und Breitensport zu drängen – etwa mit Klagen gegen Bundesstaaten (queer.de berichtete). Im Januar hatte auch Leichtathletik-Chef Coe in der "Deutschen Welle" trans Frauen als "Bedrohung" für den Leistungssport bezeichnet.

/ dw_sports

Wissenschaftliche Untersuchungen spielen im Kulturkampf um die Rechte von trans Menschen derzeit indes kaum eine Rolle. So ist nicht ausgemacht, dass trans Frauen eine Vorteil gegenüber cisgeschlechtlichen Frauen im Sport haben: Mehrere kleinere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass trans Frauen anderen Frauen nicht grundsätzlich überlegen sind, im April etwa eine Untersuchung des Internationalen Olympischen Komitees (queer.de berichtete). Die Datenlage ist bislang aber noch recht dünn.

Erst kürzlich kündigte auch die World Darts Federation (WDF) an, trans Frauen von Frauen-Turnieren auszuschließen (queer.de berichtete). (dpa/cw)

-w-